Ich sehe schon: Schleifen ist ein spezielles Gebiet. Allein schon die Auswahl der Schleifsteine, ist bei den Experten schon umstritten. Wahrscheinlich gibt es da auch noch verschiedene Techniken. Aber irgendwie muss/will man ja auch mit dem Schärfen anfangen. Oder muss man dazu geboren sein? Also was kann ein Anfänger tun, um nicht unnötig Geld auszugeben und trotzdem langsam, aber sicher sich die Schärftechniken anzueignen? Ein billiges Messer in der Bucht kaufen, um es deletantisch mit billigen Steinen zu versauen, ist wohl keine Lösung. Vielleicht ist das ersteigerte Messer auch noch schon versaut in die Bucht eingestellt worden und der Anfänger bemerkt das erst nicht und versucht sich einen Wolf dem RM einen Schliff zu verpassen. Schmeißt dann total frustiert die Steine samt RM durch das geschlossene Zimmerfenster.
Vielleicht sollte man erst damit anfangen, sich darin zu üben die Messer auf deren Qualitäten zu unterscheiden und eventuell versaute Messer zu erkennen. Dann als nächstes, gute Messer vernünftig zu reinigen und zu desinfizieren. Der nächste Schritt könnte sein, diese richtig zu Ledern. Erste Schleifversuche könnten mit Pasten sein. Nehme an, das man mit Pasten nicht viel versauen kann?! Und wenn ein Messer wirklich geschliffen werden muss, vielleicht erklärt sich einer der Spezialisten bereit es dem Interessenten es zu zeigen wie man es richtig schleift.
Irgendwie müssen es die Spezialisten es auch gelernt haben. Wahrscheinlich haben sie dabei auch eine Menge Messer versaut. Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen.
Ich vergleiche gute Rasiermesser mit Autos von Porsche. Es ist unvernünftig einem Fahranfänger einen Porsche zu geben, um damit am 24h Rennen teilzunehmen.
Hmmmm. Überlege ich es mir recht, empfinde ich das Abziehen von Rasiermessern nicht so schwer, wie beispielsweise ein Küchenmesser gescheit scharf zu bekommen. Geboren sein musste keineswegs dafür.
Ich hab mich ja in grauer Urzeit mit Wertanalyse beschäftigt/beschäftigen müssen. Sehen wir uns das Abziehen von RM unter dem Gesichtspunkt an, so könnte es heissen: Klinge auflegen, Klinge schieben, Klinge wenden, Klinge ziehen. Damit ist die profane Arbeit beschrieben. Die Kunst liegt in der Auswahl der Steine, wobei es nicht schaden kann, wenn Stein und Messer harmonieren, und dem Erkennen des Wechsels zu anderen Steinen. So hab ich einem geschätzten Forumsmitglied auch nicht davon abgeraten, sich als "Erstlingswerk" im Abziehen gleich an ein sehr wertiges Messer heranzugeben. Die Geometrie der Klinge war ok und musste nicht gerichtet werden, es ging "lediglich" darum, dem RM neuen Rasiergeist einzuhauchen. Das Ergebnis gleich vorweg genommen, es hat ausgezeichnet funktioniert. Was hätte auch schief gehen können? Das gleich ein ganzes Achtel von der Breite weggeraspelt wird? Wohl kaum - aber das bringt mich zu einem sehr interessanten Punkt. Wenn ich mir nu ein Messer aus der Bucht fische, dann kann es gut sein, das ich auch noch, nämlich genau die Geometrie richten muss. Genau dabei, da sollte man wissen was man tut. Und vor allen Dingen wie!
Also: warum mit aller Gewalt am Anfang gleich ein verrammeltes RM aufarbeiten? Will sagen: warum nicht erst ein müde gewordenes RM wieder aufwecken und überhaupt erstmal zum Rasieren bringen? Dann weisste zumindest schon, wie Du in dem Bereich richtig arbeitest, worauf Du achten musst und(!) - kannst schon einige Unsicherheitsfaktoren ausschließen. Das Ergebnis Deiner Arbeit kannste sofort verifizieren - rasiert es, oder rasiert es nicht. Fängst Du dann an, eines von Grund auf aufzubauen, kannst Du im Finish schon auf Erfahrung zurückblicken, und wenns dann mit der Rasurtüchtigkeit nicht klappt, kannst Du häöchstwahrscheinlich schon einige Fehlerquellen ausschließen. Bei mir war das bislang immer so, wenn ich an minderwertigen Dingen "geübt" hab, hab ich mich auch nicht so in Acht genommen - waren die Versuchsobjekte aber wertiger - oder sogar nicht mal meine, also wenn es keineswegs egal war, wenn ich sie am Ende donnern konnte, war ich immer doppelt vorsichtig und hab am meisten gelernt.
Das spiegelt meine Erfahrung - meine Herangehensweise. Vielleicht kannste ja das eine oder andere davon brauchen.
In diesem Sinne, viel Erfolg.