Da es mir die Torsionshobel aus dem Hause Merkur mit all ihren Brandings angetan haben, möchte ich gerne ein paar Bilder einstellen.
Mein erster Torsionshobel war der 37 c. Mit viel Glück konnte ich kurze Zeit darauf einen Hoffritz aus der US-Bucht schießen:

Diese Hoffritz-Rasierer wurden immer in einer ansehnlichen, mit Stoff ausgekleideten Metallschatulle inkl. 2 metallenen, verchromten Klingenhaltern geliefert. Diese Boxen waren scheinbar sehr weit verbreitet; sehr viele Hersteller boten ihre Rasierer in diesen Boxen an. Hier lässt sich sehr schön der blaue Stoff und das Hoffritz-Logo im Deckel erkennen. Die damaligen Merkur kamen in der gleichen Box, allerdings ohne Logo im Deckel.
Der US-Markt scheint ein sehr wichtiger Markt für Merkur gewesen zu sein. Ausser Hoffritz gab es noch Lunawerk, Pomco, Coles und Brumml, welche den Merkur Torsionshobel in ihrem Sortiment hatten und nicht zuletzt auch Merkur selbst. Diese Firmen boten meines Wissens nach Messer, Scheren u.ä. und eben auch Naßrasierer an. Alle Rasierer unterschieden sich nur durch eine andere Gravur am unteren Ende des Griffes, dort war eben immer die Gravur des Händlers zu finden, welcher die Rasierer vertrieb. Der Hoffritz ist versilbert, es gab auch einige wenige vergoldete Modelle. Die späten Hoffritz sehen dem aktuellen 37 c gleich, meines Wissens nach sind sie auch nicht mehr versilbert, sondern verchromt. Leider hat Merkur momentan den Ruf, daß die Verchromung/Vergoldung nicht die Beste ist und deshalb erfreuen sich diese Rasierer besonderer Beliebtheit und erzielen immer höhere Preise in der US-Bucht, weil viele Sammler vermutlich der Meinung sind, die Hoffritz usw. seien besser verarbeitet.
Vor einiger Zeit konnte ich einen Merkur 37 beziehen, welcher einen dünnen Griff hat:

Es ist ein sehr schönes Exemplar, so finde ich. Der Rasierer ist ebenfalls versilbert. Genauso wie der aktuelle 37 c hat dieser Rasierer eine Drehschraube am unteren Griffende, welche aber nicht fest im Griff arretiert ist. Sie kommt also bei jedem Klingenwechsel aus dem Griff heraus. Der Rasierer stammt aus einem alten Händlerbestand und kam unbenutzt. Man beachte die Buchstaben am Flügel des Merkur-Kopfes: Hier steht "E H". Falls jemand ein aktuelles Klingenpäckchen von Merkur zur Hand hat kann feststellen, daß hier heute an gleicher Stelle "W H" steht.
Hier noch ein Bild eines Werbeblattes, das dazu im Internet auftauchte:

Versuche, den Herstellungszeitpunkt zu datieren erwiesen sich als schwierig. Merkur datierte auf Anfrage den Rasierer auf die 60er Jahre. Dann kam eine Überraschung: Die Rasierer werden in der originalen weißen Box, eingepackt in immer dem gleichen Pappkarton (wie auf dem Bild zu sehen) geliefert. Oben auf dem Pappkarton steht die vermutlich mit einem Stempel aufgedruckte Zahl 680.38. Aber die weißen Boxen haben unterschiedliche Deckel. Hier sieht man die Beschriftung des Deckels von der Innenseitevon dem Exemplar, welches ich besitzte:

Die Beschriftung lautet: Solingen Merkur Germany
Hier ist die Beschriftung der Innenseite des Deckels von einem anderen Exemplar:

Der genaue Schriftzug hier lautet: Original Merkur Soligen D.R.P. Made in Germany
Dort ist also D.R.P. zu lesen, was den darin befindlichen Rasierer auf ein Produktionszeitpunkt vor 1945 datiert. Die Rasierer an sich haben keine damals üblichen D.R.P. bzw. D.R.G.M.-Gravuren.
So wie es aussieht, sind alle anderen Merkmal der Rasierer und deren Verpackung gleich (gleiche Kartonbox, gleiches Klingenbriefchen). Deshalb frage ich mich, ob auch die Rasierer ohne D.R.P. Zeichen in der Box auch aus der Zeit vor 1945 sind, ob sie vielleicht alle nach Kriegsende produziert wurden und Restbestände der alten Boxen aufgebraucht wurden oder wie auch immer. Auf jeden Fall scheinen alle Rasierer identisch zu sein.
Vielleicht kennt sich hier jemand damit aus und kann weiter helfen? Jede Information wäre eine riesen Freude.
Der Rasierer an sich ist deutlich leichter als der aktuelle Merkur 37 c.
Hier kann man den Merkur 37 links, in der Mitte den Hoffritz und rechts den aktuellen 37 c sehen:

Man kann auch den Unterschied der Kappen erkennen, welche die Klinge auf den Kopf spannen: am alten 37 und am Hoffritz ist die Kappe gerade, am aktuellen 37 c ist sie geriffelt. Ebenso kann man deutlich erkennen, daß die Griffe des alten 37 und des Hoffritz weiß sind. Das resümiert wohl aus einem Galvanoprozeß, welcher heute aus welchen Gründen auch immer nicht mehr durchführbar ist.
Alles in allem finde ich den aktuellen 37 c griffiger, die Riffelung der anderen Beiden ist glatter.
Merkur produziert ja noch einen Reiserasierer mit dem Kopf des Merkur 34 c. Seit heute darf ich einen Reiserasierer mein Eigen nennen, welcher den Kopf des Merkur 37 hat.
Der Rasierer ist in einer Metallbox, zum Größenvergleich das Klingenpäckchen der Super + Platinum daneben:

Hier der Rasierer in Einzelteilen:

und zusammengebaut:

Hier ein Foto vom Kopf von oben:

Wenn man genau hinschaut, kann man ganz schön erkennen, wie die Klinge "tordiert" wird, d.h. man sieht, daß die Klinge schief im Kopf sitzt und genau das ist gewollt.
Erzengel ist der Meinung, daß die Barthaare regelrecht "einrasten", ich kann das Empfinden nur bestätigen. Das liegt vermutlich an dieser Verdrehung. Wenn man genauer hinsieht kann man erkennen, daß dieser Rasierer von Pomco aus Chicago stammt. Pomco verkaufte den 37er als "Pomco Diagonal", eben wegen der Torsion. Hoffritz hatte ebenfalls einen 37er Reiserasierer im Programm, von anderen damaligen Anbietern habe ich noch keinen entdeckt.
Im Gegensatz zu den anderen Merkur-Torsionshobeln hat der 37er Reiserasierer eine kurze Verschraubung. Eine Rasur habe ich noch nicht probiert damit. Auf ein Ergebnis bin ich gespannt, denn der Reiserasierer ist nochmals leichter als der 37er mit dem dünnen Griff.
Hier abschließend noch ein Bild vom Hoffritz in seiner geschlossenen Box:
