gut-rasiert
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Autor Thema: Schrägschnitt- und Torsionshobel. Prinzip, Modelle, Marken und Erfahrungen  (Gelesen 11472 mal)
Rockabillyhelge
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ERN-ivettist


« Antworten #135 am: 30. Dezember 2011, 20:55:23 »

Ich tue mal den nächsten Interessanten dazu, Merkur Schrägschnitt aus Plascon von Anfang der 50er Jahre.



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Rock´n´Roll, Pomade & SE-Hobel, 1950s noch und nöcher!
henning
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« Antworten #136 am: 31. Dezember 2011, 13:21:43 »

Ich hab mich oft geärgert, wenn wunderschöne Hobel aus Plastik waren. Aber mit so leichten Dingern geht es bei mir gar nicht Zunge. Viel Freude dran.

Ciao
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Meine Empfindungen bezüglich der Eigenschaften von Messern, Hobeln, Klingen, Seifen, Cremes und Pinseln sind nicht unbedingt übertragbar und keinesfalls als allgemeingültig anzusehen und können von anderen Anwendern durchaus gegenteilig erfahren werden!!!
Rockabillyhelge
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ERN-ivettist


« Antworten #137 am: 31. Dezember 2011, 13:50:06 »

Das kann ich verstehen, so manches Mal wünschte ich mir auch den ein oder anderen schönen Hobel in Metall zu haben, dabei frage ich mich, gabs den Merkur Schrägschnitt auch in Metall?
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Sapone da Barba
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« Antworten #138 am: 07. Januar 2012, 02:13:14 »

Heute kam mein 36er Merkur mit der Post, er kommt unbenutzt und aus altem Händlerbestand.

Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, daß alle Merkur Hobel mit Torsion als 37er bezeichnet werden. Tim Buktu war so freundlich, hier http://www.gut-rasiert.de/forum/index.php/topic,15523.0.html einen Scan eines alten Kataloges zu posten. Vielen Dank dafür Tim, das gibt vielen Modellen ihren wirklichen Namen zurück. Es handelt sich bei dem Hobel um ein Modell mit Torsionkopf und kurver Verschraubung sowie dünnem Griff und es ist demnach der Merkur 36:



Auf der Umverpackung ist als Produktionsort noch Made in W.-Germany zu lesen. Das Set kam mit einer Reisebox, diese ist absolut identisch mit den heutigen Reiseboxen, die Merkur noch zumeist separat verkauft. Der Rasierer ist verchromt.

Das Werbeblättchen, welches die beiliegende Merkur-Rasierklinge bewirbt, sieht den heute den Rasierern beiliegendem Werbeblättchen absolut identisch, es ist allerdings ebenso noch "Made in W.-Germany"  darauf zu lesen. Die beiliegende Klinge ist anders als die heutigen bedruckt, ebenso steht auf dem Klingenbriefchen "stainless"; heute sind die Klingenbriefchen ja unbedruckt.
Es ist ein Preisschild mit einem Betrag von $ 15,95 auf der Umverpackung aufgeklebt. Ferner steht auf dem Preisschild die Zahl 1989. Der Verkäufer teilte mir mit, daß in dem Geschäft früher die Rasierer auf dem Preisschild auch mit dem Produktionsjahr ausgezeichnet wurden und demnach ist der Rasierer in 1989 produziert worden. Das hat mich überrascht, denn ich vermutete, daß diese 3-Teiler früher aus dem Programm verschwanden.

Die Riffelung auf dem Griff ist noch feiner als die der heutigen Merkur-Modelle.

Gerade erst habe ich mich über meinen 39er geärgert, an dem die Lötstelle der Verschraubung zum Klingendeckel einen kleinen Spalt hat in dem Wasser eindringen kann, und daß sich hier die Verchromung ablöst. Von dem Problem habe ich bis jetzt in mehreren Fällen gelesen.
An dem 36er ist diese Verlötung noch makellos, und wirkt hochwertiger verarbeitet ganz so wie an meinem 2007er 37c. Dieses Problem scheint erst in letzter Zeit aufzutreten.

Die Marke Merkur wurde nach meinem Wissen zweimal verkauft. Zuerst gehörte die Marke Emil Hermes, ab 1980 Wolfgang Hannemann und seit 1996 Dovo. Demnach ist das der erste Merkur-Hobel aus der Hannemann Zeit, den ich mein Eigen nennen darf.

« Letzte Änderung: 07. Januar 2012, 02:25:16 von Sapone da Barba » Gespeichert
Rockabillyhelge
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ERN-ivettist


« Antworten #139 am: 13. Januar 2012, 17:56:30 »

So jetzt hab ich auch mal einen Liese ergattern können und direkt eine Frage, wie
ist bei euch die Markung?
Bei mir steht A. Liese Essen, ist das die Standardmarkung?
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Standlinie
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« Antworten #140 am: 16. Januar 2012, 16:20:37 »

Torsionshobel von Mulcuto

Hallo werte Freunde der Schrägschnitt- und Torsionshobelmodelle. Hier möchte ich Euch einen bisher unbekannten Torsionshobel vorstellen, der in der Vergangenheit von der Fa. Mulcuto hergestellt worden ist. Für meine Hobelsammlung konnte ich letzte Woche diesen Torsionshobel erwerben, der wohl in den 30er Jahren hergestellt wurde. Es handelt sich hierbei um einen Nadelspitzen-Torsionshobel mit folgenden technischen Daten:

Rasierertyp:   Torsionshobel, dreiteilig
Herkunft:      Deutschland
Hersteller:      Mulcuto
Herstelljahr:   ca. 30er Jahre
Abmessungen:   82 x 40 x 25 mm
Werkstoff:      Zinkdruckguss, verchromt
Gewicht:      55 gr.
Besonderheiten:   - Hobelkopf: Torsionshobelkopf mit Nadelspitzen
                        - die Angaben zu bestehenden Patenten
                                            - D.R.P. 490330 und U.S.A. Patent 1751215
                        - die Angaben auf dem Hobelgriffende
                                            - Mulcuto und Geschmacksmuster

Hier möchte ich euch von dem seltenen Schmuckstück einige Fotos zeigen. Das erste Bild zeigt den Torsionshobel von vorne und das zweite diesen Hobel von der Seite.


Abbildung 1: Ansicht des Nadelspitzen-Torsionshobels von vorne


Abbildung 2: Ansicht des Nadelspitzen-Torsionshobels von der Seite

Das dritte Bild zeigt den Torsionshobel als klassischen Dreiteiler.


Abbildung 3: Einzelteile des Nadelspitzen-Torsionshobels

Die nächsten beiden Bilder zeigen die Konstruktion der Kopfplatte, in die auf der Unterseite zwei unterschiedliche Patentangaben eingestanzt sind. Das deutsche Patent lautet: D.R.P. 490330. Die zweite Patentangabe bezieht sich wohl auf den US-amerikanischen Markt, U.S.A. Patent 1751215, was einen Hinweis geben könnte, dass dieser Nadelspitzen-Torsionshobel auch auf dem amerikanischen Markt angeboten werden sollte. Hierzu liegen mir jedoch keine Informationen vor.


Abbildung 4: Ansicht der Kopfplatte von oben


Abbildung 5: Ansicht der Kopfplatte von unten

Der Hobelgriff entspricht den Exemplaren, wie sie für alle metallenen Mulcuto-Schrägschnitthobel verwendet wurden. Das Griffende meines Torsionshobels ist ebenfalls beschriftet. Das Besondere an dieser Beschriftung ist jedoch, dass sie vom Aussehen her nicht professionell erscheint und daher eher an ein Vorserienexemplar erinnert.


Abbildung 6: Beschriftung des Griffendes des Torsionshobels

Die Gravur der einzelnen Buchstaben erscheint auf dem Griffende teilweise etwas unregelmäßig. Zum einen ist der Hersteller eingraviert Mulcuto (mit unvollständigem M) und dann noch zusätzlich die Randgravur Geschmacksmuster (man beachte das unvollständige H). Der Begriff des Gebrauchsmusters ist mir ja noch bekannt, aber auf einem Hobel lutsche oder beiße ich nicht herum, als dass da von einem Geschmacksmuster gesprochen werden könnte. Für meinen Begriff also eine sehr eigenartige Variante. Vielleicht handelt es sich ja wirklich um ein Vorserienexemplar. Mulcuto hat demnach neben Geradschnitt- und Schrägschnitthobelmodellen wohl auch ein Torsionshobelmodell herausgebracht. Mir ist dies bisher nicht bekannt gewesen. Vielleicht habt Ihr ja noch mehr Informationen zu sonstigen Mulcuto-Torsionshobeln.

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ERN-ivettist


« Antworten #141 am: 16. Januar 2012, 17:10:33 »

 Schockiert
Der Hammer, das ist der Needle Point Torsion, in den 30er für den Export hergestellt, quasi das Bindeglied / Missing LInk in der Entwicklungslinie zwischen Nadelspitzen und Mulcuto, meine herzlichsten Glückwünsche, das ist wirklich ein rares Stück!!
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« Antworten #142 am: 18. Januar 2012, 13:44:55 »

So, jetzt habe ich den Mulcuto-Torsionshobel für die anstehende Rasur mal mit einer neuen Super-Max-Platinum bestückt. Und siehe da, die Rasur offenbarte, dass der Hobel zwei unterschiedliche Rasierklingenseiten zu haben scheint. Die eine Seite rasiert sanft und die andere Seite dagegen aggressiv. Habe mich doch tatsächlich heute mit dieser zupackenden Seite beim Ansetzen des Hobels unterhalb der Nase in den linken Nasenflügel geschnitten. Das ist mir noch nie passiert. Was kann ich daraus lernen? Dieser Mulcuto ist eben auch ein typischer Mulcuto, auch er verfügt über zwei unterschiedlich zupackende Klingenseiten.
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« Antworten #143 am: 03. Februar 2012, 17:01:03 »

Achja, habe heute rausgefunden das die Reihe Liese / Lumina / Ibsen um ein weiteres Mitglied bereichert werden kann,
der Bonsa Torsion ist ebenfalls mit den erstgenannten identisch.
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« Antworten #144 am: 15. Mrz 2012, 18:56:40 »

Der Doppelfein-Schrägschnitthobel

Ich möchte Euch an dieser Stelle einen weiteren außergewöhnlichen Schrägschnitthobel vorstellen, den Doppelfein-Schrägschnitthobel. Auch dieses Hobelmodell belegt, dass in der Vergangenheit eine Vielfalt von unterschiedlichen und ungewöhnlichen Schrägschnitthobeln hergestellt und bei der täglichen Nassrasur verwendet wurde.

Zu dem Doppelfein-Schrägschnitthobel sind folgende technische Daten zu nennen:

Rasierertyp:                Schrägschnitthobel, dreiteilig mit gerader Schaumkante
Herkunft:                    Deutschland
Hersteller:                   unbekannt
Herstelljahr:                zwischen 1930 und 1945
Abmessungen:             85 x 42 x 27 mm
Werkstoff:                  Zinkdruckguss (Hobelkopf und Schwenkmechanismus), Bakelit (Hobelgriff)
Gewicht:                    50 gr.
Rasierklingentyp:          normale DE-Klinge
Besonderheiten:           die Kopfplatte wird nicht mit dem Griff verschraubt sondern nur festgeklemmt, Hobelkopfschräglagewinkel: 0°, 26° und 51°,
                                sechseckiger Griff, am Griffende verbreitert, Angabe DRGM auf dem Griffende
Rasureigenschaften:     der Hobel liegt ausgewogen in der Hand; die Rasur erfolgt sanft und gründlich (bei 0° und 26° Schrägstellung), die letzte
                                Schrägstellung (51°) wurde nicht ausprobiert; das Rasurergebnis war in beiden Schrägstellungen nachhaltig; die
                                Schrägstellung des Hobelkopfes führte zu keiner Verbesserung des Rasurergebnisses
            
Die folgenden Abbildungen zeigen Details zu dem Schrägschnitthobel. Beachtenswert sind natürlich die außergewöhnlich großen Schrägstellungen, mit denen der Schrägschnitthobel von seiner Konstruktion her rasieren kann.






















Auf diesem Bild zeigt sich der Schrägschnitthobel mit einem um 26° geneigten Hobelkopf.




Auf diesem Bild ist der Hobelkopf um 51° geneigt. Aber wer traut sich schon, mit einem so schrägen Hobelkopf ein vorzeigbares Rasurergebnis zu erzeugen. Mich hatte der Mut dazu verlassen.

« Letzte Änderung: 15. Mrz 2012, 19:01:51 von Standlinie » Gespeichert

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Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #145 am: 15. Mrz 2012, 21:35:34 »

Bei der ultraschrägen Kopfstellung wird der Doppelfein zum Doppelwein! Smiley
Cooles außergewöhnliches Gerät, gefällt mir!
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Tranquilo - In der Ruhe liegt die Kraft...

PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
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