Ich möchte einen Thread über die Vor- und Nachteile, über Modelle und Marken und über die verschiedenen Typen der Schrägschnitt- und Torsionshobel anstoßen. Bisher wurden einge Hobel dieser Bauarten vorgestellt, aber das Prinzip selber nicht zum Theman gemacht, bzw. die Erfahrungen damit.
Schrägschnitthobel, zu denen eben auch Torsionshobel gehören, sollen durch die Schrägstellung der Schneide, für ein präzises abschneiden der Stoppeln durch die Mikrozähne der Schneide sorgen. Beim normalen Geradschnitt handelt es sich "nur" um ein kappen der Stoppeln durch frontales einwirken mittels Keilprinzipes. Man versprach sich wohl bessere Ergebnisse überhaupt und bei stärkerem Bartwuchs im Besonderen durch den oben beschriebenen Effekt.
Man unterscheidet hauptsächlich Schrägschnitthobel mit gerader Kante und Torsionshobel, deren Kanten gegensätzlich verdreht (verschränkt) sind. Beim Torsionshobel wird so eine zusätzliche Versteifung der Schneiden (der Klinge) bewirkt und man erzielt den Effekt, daß die Schneiden immer in der gleichen Schräge stehen, egal wie rum man den Hobel dreht. Beim normalen Schrägschnitt dagegen steht die Schräge mal von links oben nach rechts unten oder anders herum, je nach dem wie herum man den Hobel dreht. Ich hoffe das ist verständlich.
Torsionshobel sind nahezu immer gleich aufgebaut, wohingegen man normale Schrägschnitthobel nochmals unterscheiden kann. Mal sind die Köpfe gerade und der Spalt darin wurde schief gestellt (z. B. Walbusch und ältere Merkur Kunststoffhobel), oder der ganze Kopf wurde schief gestellt, wie bei den allermeisten Schrägschnitthobeln.
Torsionshobel sind also immer Schrägschnitthobel, aber Schrägschnitthobel auf keinen Fall immer Torsionshobel. Das wird oft verwechselt.
Um für noch mehr Verwirrung zu sorgen, gibt es aber auch noch Schrägschnitthobel, bei denen man die Köpfe selber manuell wegklappen kann.
Um Platz für weiteres zu lassen, zeige ich nur ein paar typische Modelle und beschränke mich im besonderen auf die zwei mir gehörenden Schrägschnitthobel mit stark abgeklapptem Kopf. Dem Tondeo und dem von Uwe erworbenen Kabrand, auf die ich zunächst einmal als Einstimmung eingehe.
Kabrand und Tondeo sind sich sehr ähnlich. Beide haben zu zwei Seiten hin klappbare Köpfe, die aber nicht in einer Mittelstellung verharren können, weil dort eine Einrastung fehlt. Das wäre einfachst durch abflachen machbar gewesen und verwundert mich um so mehr. Denn dadurch wären diese zwei Kandidaten universeller einsetzbar gewesen. Das Abklappen geschieht durch einen beweglich gelagerten Schraubnippel im Kopfoberteil und einen Kippanschlag unter dem Kopf, der aber in der Mitte spitz ist, so daß man die Köpfe nicht, wie oben erwähnt, in dieser Stellung halten kann. Die Köpfe sind wohl zu beiden Seiten kippbar, um sowohl Rechts- als auch Linkshändern gerecht zu werden und/oder die Rasur besser beidhändig absolvieren zu können. Den festen Winkel, den jeder Kopf einhält und der bei beiden Hobeln wohl gleich ist, halte ich persönlich für zu extrem. Besonders beim Tondeo ist dazu der Griff so dick, daß er bei diesem Winkel auf die Backe gedrückt wird und so im Schaum landet, was wenig praktikabel wirkt. Beim Kabrand nervt das nicht so, aber hier wirkt sich ein riesiger Seifenspalt sehr negativ aus. Mit beiden Hobeln war mir nur unter Schwierigkeiten eine Rasur möglich. Ich verstehe diese extremen Auslegungen nicht und überlege sogar, ob sie evtl. zur Kopfrasur gedacht waren.
Hier die Fotos der Kandidaten:





Hier eine kleine Auswahl verschiedener Schrägschnitthobel:

Walbusch mit zwei Besonderheiten. Der Kopf ist gerade, aber der Spalt abgeschrägt. Und er ist verstellbar, weil er auf dem Merkur Progress aufbaut:

Besondere Schrägschnitthobel sind der stufenlos verstellbare Zahnkammhobel:

Sowie ein "Tempo" Schrägschnitt, mit einseitiger Schneide, obwohl Double Edge eingelegt werden. Bei diesem Hobel kann man den Kopf sowohl nach links oder rechts stellen, als auch in gerader Position lassen:

Beide im Größenvergleich:

Ein typischer Torsionshobel ist der Ibsen, bei dem man im Hintergrund, unter dem Kopf, die entgegengesetzt geschrägte (verschränkte) Schaumkante sieht, die aber eben auch dafür sorgt, daß alles beim Alten ist wenn man den Kopf dann dreht:

Was mich immer wieder wundert. Ich selbst komme mit Schrägschnitthobeln wunderbar klar. Mulcuto und Walbusch gehören zu meinen Lieblingen. Aber mit Torsionshobeln habe ich teils grauenhafte Rasuren, was ich nur auf ein Unvermögen meinerseits zurückführe.
Ich hoffe soweit ist für den Unkundigen nun erstmal alles klar und hoffe auch, daß noch mehr Modelle, wie Hoffritz oder Merkur 37 oder schöne alte Apollo gezeigt werden. Mich interessieren auch die Erfahrungen anderer Anwender, denn kaum ein Prinzip polarisiert ja so, von Zahnkamm - Schaumkante mal abgesehen.
Ciao