Hallo!
Habe mich an ein neues Projekt begeben, seit langer langer Zeit mal wieder.
Hat mich einen Abend gekostet, und zeigt dass man zerfressene Griffschalen nicht wegwerfen muss

In meinem Überschwang vergass ich natürlich erstmal Bilder des Messers vor Beginn der Behandlung zu machen.
Macht aber nix, glaubt mir einfach: es waren riesen Löcher, teilweise durchgängig durch die Schale.
Der Arbeitsplatz:
Beschichtetes Papier als Unterlage, ein beschnittenes Wattestäbchen als Mischspatel, Zweikomponentenkleber,
ein Kronkorken als Mischschale , Tesa (ja, das Original ^^)

Erstmal die Schalen/Löcher mit dem Tesa nach unten abdichten. Ergo: Tesa innen in die Griffshclane kleben. Fummelig.
Und dann senkrecht an der Schale hoch Tesa kleben, als Wand.

Kleber anrühren und einfüllen. Wie man sieht, er zieht sich leicht am Tesa hoch.


Wenn dies getrocknet ist und man eine Mudenbildung erkennt : nachfüllen

Dann Tesa abziehen, der Kleber dessen dient scheinbar als Antihaftbeschichtung, geht jedenfalls gut.
Überstehenden Kleber mit einer Rasierklinge abschneiden, Schalen so nachformen. Dann über den noch leicht klebrigen Kleber
und die Schalen insgesamt mit 800er Schleifpapier drüberschleifen, so mischt sich Schleifstaub ein und es bekommt etwas Farbe.
Löcher sind zu:


Optisch nicht gerade ansprechend.

Also nun der Clou: da sich der 2-Komponentenklenber wie Gummi anfühlt und sich nciht einfügt muss eine Deckschicht darüber.
Meine Gedanken: Klarlack. Dauert zu lange. Also: Sekundenkleber!
Ca. 6 mal pro Seite aufgebracht und immer antrocknen lassen. Dann durchtrocknen lassen.
Nun sanft mit 600er, 800er, 1000er, 1200er Nassschleifpapier alles auf eine Ebene schleifen und vorpolieren.
Dann mit Polierpaste ordentlich drüber, bis gewünschter Glanz erreicht ist.
Vorläufiges ENDERGEBNIS:
Die weniger angefressene Seite:



Die ehemals wirklich schlimme Seite:



Wenn man es in der Hand hält fühlt es sich an wie poliertes Horn es auch täte.
Man sieht die Ausbesserungen normalerweise garnicht mehr, bei geschlossenem Messer nichtmal mit viel gutem Willen.
Ich weiss, man hätte all das professioneller machen könne, mit mehr Schleifstaub und teuren Kunstharzen.
So war es Low-Budget, schnell gemacht, und das wichtigste: Ich bin zufrieden - wieder eine historische Griffschale gerettet

Grüße!