gut-rasiert
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Autor Thema: Klinge abwischen oder nicht?  (Gelesen 3165 mal)
Eugen Neter
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« am: 23. November 2007, 13:15:54 »

Bedauerlicherweise konnte ich mich heute nicht sauber rasieren, weil ich, einem periodisch wiederkehrenden, unwiederstehlichen Drang nachgebend, Unmengen von Schokolade verdrückt hatte und mir dadurch drei veritable Pickel zuzog, die, natürlich schön verteilt über die Rasurpartien, mittlerweise geradezu festlich erblüht waren. (Wink an alle Naßrasierer: Hütet euch vor übermäßigem Schokoladegenuß!)
Nun aber zu dem neuen Thema, das ich auf Empfehlung von Drei hier einführen will –: Wir alle kennen die Hinweise auf den Verpackungen der Klingenhersteller, man solle die Klinge nach Gebrauch ausschließlich unter fließendem Wasser abspülen und nicht abwischen. Eine feine Empfehlung! Wer sich einmal die Mühe gemacht hat, eine gebrauchte Klinge unter dem Mikroskop zu betrachten, weiß, daß sich dem Auge da eine wahre Mondlandschaft von Seifen- und Bartspuren dartut. Seifen- und Bartreste bleiben, auch nach heftigstem Abspülen mit kaltem Wasser, immer in kleinen und kleinsten Teilen hängen, und ich kann nur empfehlen, diese Reste mit einem Stück feiner Seide (z.B. einem ausrangierten Seidenschal) zu entfernen. Das Abstreichen erfolgt von innen nach außen, es gilt also, die Klinge an den Enden zwischen Daumen und Zeigefinger zu fassen und vorsichtig beidseitig zu reiben; das tut der Klinge gut und verlängert, nach meiner Erfahrung, ihre Lebensdauer. Cave: Niemals Wolle oder gar Papiertaschentücher verwenden!
Soviel für heute. Gruß an alle.
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Drei
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« Antworten #1 am: 24. November 2007, 12:04:17 »

Gute Frage, abwischen oder abspülen?

Die Messerklinge streiche ich nach dem Abspülen auf einem Toilettenpapier ab. In der Tat bleiben dort Stoppelreste zurück. Beim Hobel dagegen wische ich nur den Kopf ab und versuche tunlichst zu vermeiden, an die Klinge zu kommen. Um die Klinge komplett zu reinigen, müsste man sie auch aus dem Hobel nehmen, das ist mir dann zu aufwendig.

Warum sollte man kein Papiervlies zum Abwischen verwenden?
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Eugen Neter
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« Antworten #2 am: 24. November 2007, 12:23:20 »

Schön, daß du reagiert hast, drei.
Auch wenn es aufwendig ist, ich nehme die Klinge grundsätzlich nach jeder Rasur aus dem Hobel und reinige sie wie beschrieben. Warum kein Papiervlies? Weil es, selbst wenn es noch so fein ist, fusselt und die Fussel sich natürlich an der Klinge absetzen. Das gleiche gilt für Wolle. Pure Seide ist vollkommen glatt und hinterläßt keine Rückstände.
Gruß Eugen
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Drei
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« Antworten #3 am: 24. November 2007, 12:35:19 »

Wegen der Fusseln könnte man doch dann die Klinge am Unterarm noch einmal abziehen.
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Eugen Neter
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« Antworten #4 am: 24. November 2007, 12:45:28 »

Ist das Dein Ernst? Also das würd ich nun doch lieber lassen. Die Reinigung mit Seide erbringt übrigens, je nach Klinge, ca. zwei zusätzliche Rasuren.
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Drei
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« Antworten #5 am: 24. November 2007, 13:05:03 »

Ist das Dein Ernst?
Mit dem Messer mach ich das immer so. Gut, die Klingen dürften etwas unhandlich sein.
Mal sehen, ob ich irgendwo etwas aus Seide finde...
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harrykoeln
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Können diese Augen lügen?


« Antworten #6 am: 24. November 2007, 13:18:33 »

Belächelt von vielen ziehe ich meine Messer immer vor der Rasur, nach dem Leder, über einen Seidenschal. Ich bin davon überzeugt, das das a) noch nen Tacken Schärfe bringt und b) die Messer die Schärfe länger halten.
Nach der Rasur Spüle ich Heft und Klnge mit heißem Wasser an, trockne das Heft und Erl und Angel mit einem Papierhandtuch ab und leder die Klinge am der "Karatehandkante" trocken - ohne Druck auf die Schneide.
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"The two most common things in the universe are hydrogen and stupidity.
There is more stupidity around than hydrogen, and it has a longer shelf life."
Frank Zappa (1940-1993)
kretzsche
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« Antworten #7 am: 24. November 2007, 14:19:16 »

Beim Messer ist der Aufwand wirklich einzusehen. Aber bei einer "Wegwerfklinge"Huch Ich halt den Hobelkopf leicht geöffnet unter heißes Wasser, das wars. Abwischen, Trocknen usw. wäre mir viel zu aufwendig und gefährlich.

Achtung  Zwinkernd ON

Außerdem, wie sollen den die Klingen endlich mal weniger werden, damit man(n) neue Andere ordern und testen kann?

Achtung  Zwinkernd OFF

cu Uwe
« Letzte Änderung: 24. November 2007, 14:27:54 von kretzsche » Gespeichert
Eugen Neter
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« Antworten #8 am: 24. November 2007, 14:38:25 »

tja, ich vermute, um genau das zu vermeiden, nämlich daß die Klingen weniger werden, schreiben die Hersteller den besagten Hinweis auf die Verpackung.
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abc123
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« Antworten #9 am: 24. November 2007, 15:39:42 »

Abgesehen von der Hauptfrage, was kümmern mich ein paar Seifen/Bartreste auf (m)einer Rasierklinge?

Es wurde vor einiger Zeit ein Link auf eine alte Infobroschüre über den Herstellungsprozess der Solinger Rasierklinge gepostet. Dort wird davon ausgegangen, die Rasierklinge nach jeder Rasur auszubauen und durch einen eigenen Trocknungsapparat durchzuziehen. In dieser Hinsicht würde mich interessieren, von welcher Klingenstandzeit die damals ausgegangen sind. Mächtig aufwendig!

Wie bei jeder Klinge (Rasiermesser, Küchenmesser, usw.), sollte diese vor der Verwendung abgezogen werden und nach dem Einsatz ruhen. Ein Abwischen nach der Rasur wäre meiner Meinung nach für die Graterhaltung kontraproduktiv. Deshalb: nur spülen, nicht abwischen.
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herzi
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« Antworten #10 am: 25. November 2007, 09:17:13 »

Ich ziehe die Klinge auch nicht ab. Es ist mir zu umständlich.

abc123: Der Hauptgrund warum das damals empfohlen wurde war der, daß die Klinge trocken aufbewahrt werden sollte. Die alten Klingen waren nicht rostfrei.
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Gruß,
Stefan
ORo
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« Antworten #11 am: 26. November 2007, 15:10:33 »

Hallo E. N.,
Ich weiß, dass mein Vater vor Jahrzehnten die Hobelklinge in seiner Handinnenfläche "abgezogen" hat.
Das hat sich mir als kleiner Junge eingeprägt.
Was hälst du (oder haltet ihr) davon?

Es grüßt dich ein Gleichaltriger  Lächelnd


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... und immer Alaunstein und Creme.

Grüße aus dem Ruhrpott
Eugen Neter
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« Antworten #12 am: 26. November 2007, 15:21:43 »

Hallo ORo,
das hat mein Vater auch gemacht. Aber nachdem ich mich dabei mehrmals geschnitten hatte, habe ich mich auf die Seide verlegt und bin damit gut gefahren.
Gruß von Gleichalt zu Gleichalt
Eugen
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herzi
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« Antworten #13 am: 26. November 2007, 15:23:16 »

Ihr meint Gleichjung, oder?  Zwinkernd
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Gruß,
Stefan
henning
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« Antworten #14 am: 28. November 2007, 07:57:56 »

Hallo
Ich kann keinen wirklichen Vorteil sehen, der in Relation zum Aufwand lohnend erscheint. Da man, auch durch das Forum, an Klingen kommt die im Pfennigartikels-Bereich liegen, erscheint es mir unnötig so eine Prozedur jedesmal durchzuführen. So etwas, wie auch die alten Klingenschärfer, stammt aus Zeiten, in denen Klingen so viel kosteten wie heute, bei sehr viel weniger Lohn/Gehalt. Mit dem abwischen des Messers kann man das nicht vergleichen, da geht es doch um eine Klinge die geschützt werden muß, weil man sie nicht auswechseln kann. Hygiene sollte hier auch keine Rolle spielen. Jedenfalls hatte ich noch nie irgendwelche Probleme mit Stoppelresten. Selbst die Maschinenölreste auf manchen Klingen schaden nichts.
Abspülen hat immer gereicht und wird es bei mir weiterhin tun.
Ciao
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Meine Empfindungen bezüglich der Eigenschaften von Messern, Hobeln, Klingen, Seifen, Cremes und Pinseln sind nicht unbedingt übertragbar und keinesfalls als allgemeingültig anzusehen und können von anderen Anwendern durchaus gegenteilig erfahren werden!!!
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