gut-rasiert
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Autor Thema: Scharf vs. richtig scharf  (Gelesen 869 mal)
fridolin
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Beiträge: 467


Für alles, was Spaß macht ...


« am: 13. November 2007, 15:45:22 »

Am Wochenende hatte ich - Senser sei Dank - ein wunderschönes AHA-Erlebnis.

Ich hatte Ihm mein Messer zum schärfen geschickt. Es ist ein ziemlich neues Messer von DOVO mit dem ich meine ersten 10 - 15 Messerrasuren "verübt" habe. Den Haartest habe ich damit nicht hinbekommen aber den Unterarm hat es freigekratzt. Ich hatte gelesen, das DOVO oftmals nicht wirklich rasurschaft ausgelieft werden und dachte, für den Anfang wirds reichen. Zum ersten zögerlichen Üben und Schaumabtragen war es tatsächlich in Ordnung. Ein paar Bartstoppeln schwammen immer in der Brühe. Aber am Kinn hatts doch immer etwas gehoppelt und gestoppt. Ging halt nicht ganz glatt durch die Stoppeln.

Am Wochenende nun die Offenbarung. Erst habe ich den Haartest erfolgreich absolvieren können und dann ging´s los. Schön mit der Mühle Sandelholzseife eingeschäumt, einwirken lassen, nachgewässert und los gings. Beim ersten Zug dachte ich, das geht ja so butterweich, da ist  bestimmt nichts runter. Ich konnte es mir also nicht verkneifen die Wange zu betatschen und war hellauf begeistert, wie glatt das schon war. Weiter gings .. andere Wange, Hals ... Kinn (hey, auf einmal geht´s) und unter der Nase (auch prima). Ich lasse es momentan noch mit dem Durchgang gegen den Strich also habe ich die Seifenreste entfernt und über das Ergebnis gestaunt. Kein Vergleich zu vorher.

Nun habe ich also eine "Referenzschärfe". Eine extrem hohe Messlatte, heißt es ja nun, diese zu erhalten und diese auch auf meinen anderen, alten Messern hinzubekommen. Nun ja - man wächst mit den Aufgaben.

Nochmals meinen Dank an Senser!!!

Beste Grüße von der Waterkant und immer eine handbreit Schaum unter der Klinge ...

fridolin
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Ich glaube nicht an Horoskope. Das ist übrigens typisch für einen Stier.
henning
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Beiträge: 7.843



« Antworten #1 am: 04. Dezember 2007, 11:05:26 »

Hallo Fridolin
Genau so erging es mir mit Guilty. Ein, wenig scharfes, Prima Klang erworben und dadurch Frust erfahren. Guilty brachte es, zusammen mit einem alten Solinger Messer, auf "richtige" Schärfe. Danach fing es langsam an interessant zu werden und die Rasueren klappten immer besser, obwohl die Schärfe natürlich nicht mein damaliges Unvermögen kompensieren konnte. Aber traurig, daß man ein unbrauchbares Werkzeug erwirbt und als Neuling dann damit allein gelassen wird.
Ciao
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Meine Empfindungen bezüglich der Eigenschaften von Messern, Hobeln, Klingen, Seifen, Cremes und Pinseln sind nicht unbedingt übertragbar und keinesfalls als allgemeingültig anzusehen und können von anderen Anwendern durchaus gegenteilig erfahren werden!!!
Bengall Reynolds
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Beiträge: 1.491



« Antworten #2 am: 05. Dezember 2007, 19:28:49 »

Ich glaube so geht´s mir mit jedem Rasiermesser welches ich nicht von einem dieser "Voll-Freaks" kaufe!   Grinsend

Mutmaßungsmodus an:

Ich glaube auch, dass es früher schon Gang und Gebe war, die Rasiermesser nur in einer gewissen Grundschärfe auszuliefern?
Nicht umsonst haben sich schon damals viele Männer mit der Rasur sehr schwer getan.

Mutmaßungsmodus aus.


Auch dieses Phänomen des EINRASIERENS eines Messers hat sich meiner Meinung nach bewahrheitet.
Konkretes Beispiel ist ein Wacker Jungmeister mit amerikanischem Kopf aus meiner Sammlung.
Es bestand von Anfang an den Haartest, rasierte auch ganz gut aber mittlerweile ist es zu einer echten Offenbarung geworden.

Offenbarung in dem Sinne, wie es die Rasur mit einem richtig gut geschärften Rasiermesser nun mal eben ist! Ohne bestimmte Marken/Hersteller schönreden zu wollen.

Mein erstes Friodur Kullenrücken, über Umwege aus Mecky´s Bestand in den meinigen gelangt, war genau so ein Fall.
Erst ein unter der Mittelklasse angesiedeltes Rasierutensiel, ist es später dann ein echter Kracher geworden.
Würde ich nicht mehr hergeben wollen.

Tja, da kann man nur froh sein, dass es solche Foren und deren hilfsbereite Mitglieder gibt.

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On a long enough timeline, the survival rate for everyone drops to zero.
matjes
Gast
« Antworten #3 am: 06. Dezember 2007, 08:56:25 »

Meister Wacker selbst spricht bei seinen Beratungen ja auch immer davon, daß das Messer erst einmal einrasiert werden muß, daß man anfangs nicht gleich das ganze Gesicht, sondern nur Teile rasieren sollte. Verstehen tu ich das aber nicht, was verändert sich da? Wird der Grat irgendwie gefestigt, gehärtet? Keine Ahnung, bin metallugisch ein Laie, könnt mir das mal bitte wer erklären, daß es auch plausibel klingt?

Gruß
Matjes
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herzi
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Beiträge: 6.422


« Antworten #4 am: 06. Dezember 2007, 09:34:36 »

Ich denke das hat andere Gründe als metallurgische. Sonst müßte man das Messer nach jedem Steindurchgang neu einrasieren. Ich denke mal, daß der Grat von Rasiermessern ziemlich individuell ist. Jeder zieht etwas anders ab, das fängt schon bei der Riemenspannung an, und jeder hält das Messer etwas anders. Ich denke mal jeder Raiermesserbenutzer muß seinem Rasiermesser erst den richtigen individuellen Grat "anerziehen".
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Gruß,
Stefan
Bengall Reynolds
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« Antworten #5 am: 06. Dezember 2007, 11:07:53 »

Plausibel erklären kann ich das auch nicht.

Es ist halt einfach so, dass das Jungmeister zu Anfang etwas ruppig war und mit der Zeit immer sanfter wurde.
Am Kinn und an der Oberlippe hat´s schon verdammt geziept  Verlegen

Mittlerweile habe ich es zwei mal auf einem Chromoxid-Riemen geledert und danach, wie sonst auch immer, auf diversen anderen Lederriemen (rote Paste, Wildjuchten und normalem Kernjuchten).
Nun lässt es in den Eigenschaften keine Wünsche mehr offen und rasiert selbst Kinn und Oberlippe super sanft.

Der Grat selbst wird halt mit der Zeit und den Wiederholungen auf den Riemen immer feiner poliert, wie bei jedem anderen Messer auch.
Rasiermesser von anderen, noch existierenden Herstellern, werden IMHO auch nur in einer Grundschärfe ausgeliefert.
Diese gilt es dann halt selbst zu überarbeiten um sich damit zufriedenstellend rasieren zu können.
Meister Wacker wird dieses "Problem" kennen und seinen Kunden empfehlen nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen.
Bei anderen Herstellern würde dies wahrscheinlich als Reklamation behandelt, das Messer eingeschickt und evtl ausgetauscht werden.
Ist dann der Kunde noch immer nicht zufrieden, heißt es entweder der Kunde ist zu blöd um sich mit nem Messer zu rasieren oder er ist einfach nur ein Querulant der sein Geld zurück haben möchte (vielleicht gerade weil er zu blöd ist  Grinsend ).

Händler die sich mit Rasiermessern auskennen, schicken diese in der Regel auch nicht zurück an den Hersteller sondern übernehmen den Feinabzug selber. Manchmal gegen Aufpreis.
Messer Rödter hat sich selbst mal im NRF dazu geäußert und von TDS weiß ich aus eigener Erfahrung das es so ist.

Es wäre wohl zu teuer und aufwendig wenn die Messer ab Werk bis hin zur Liebhaber-Schärfe geledert werden würden?
Zudem wäre diese Liebhaber-Schärfe auch nach einem längeren Transport und/oder längerem zur Schau stellen beim Fachhändler sowieso wieder hinüber.
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On a long enough timeline, the survival rate for everyone drops to zero.
matjes
Gast
« Antworten #6 am: 06. Dezember 2007, 11:17:04 »

@BR
Ich meine mal im NRF gelesen zu haben, daß die Wackermesser von TDS schärfer kommen als von Wacker selbst. Schärfen/schleifen/pasten/ledern die nochmal extra vor der Auslieferung? Oder war das nur eine Einzelmeinung?

Gruß
Matjes
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Bengall Reynolds
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« Antworten #7 am: 06. Dezember 2007, 11:47:11 »

Hi Matjes,

soweit ich das beurteilen kann, wird jedes Rasiermesser bei TDS vor dem Versand nochmal geledert und auf Haartestschärfe gebracht.
Nicht nur die Wackers.
Habe ich schon oft genug gesehen und teilweise auch schon selber dort gemacht.

Aber wie gesagt, bei meinem Jungmeister ist mir halt aufgefallen (fällt mir immer noch auf!), dass es mit der Zeit immer besser wurde/wird.
Obwohl es den Haartest von Anfang an bestanden hat.
Ich habe es aber nicht extra dort ledern lassen. Da vertrau ich mittlerweile schon auf meine eigenen Fertigkeiten  Zwinkernd
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On a long enough timeline, the survival rate for everyone drops to zero.
matjes
Gast
« Antworten #8 am: 06. Dezember 2007, 11:56:26 »

Aaah, hatte ich das doch richtig in Erinnerung. Und dann verlangen die noch den gleichen Preis wie Wacker selbst, trotz der Mehrarbeit und des Aufwandes? Find ich echt gut, prima Service!

Gruß
Matjes
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