gut-rasiert
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Autor Thema: Das waren noch Zeiten!  (Gelesen 747 mal)
Bengall Reynolds
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Beiträge: 1.491



« am: 09. November 2007, 00:04:43 »

Hier ein Auszug aus:

 http://seemannsschicksale.klack.org/seite10.html

Die Rotbart Rasierklinge

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Die Fahrensleute hatten es am liebsten, wenn das Schiff südliche Gefilde ansteuerte. Dort waren die leichten Mädchen billig. Weiber und Saufen, das zähle bei den Jungs. So sollte es eines Tages Ende der 60er Jahre eigentlich nach Mexico gehen. Aber plötzlich kam die Order: Wir fahren nach Archangelsk und holen Holz. Die Stimmung sank rapide. Bevor wir ausliefen, kaufte ich schnell noch 20 Rotbart-Rasierklingen, das waren die billigsten Klingen, die es damals gab. Es hieß, Rasierklingen seien in russischen Häfen Gold Wert. Schon draußen im Weißen Meer vor dem Einlaufen kam ein Boot längsseits und ein russisches Kontrollkommando stürmte den Dampfer. Jede Kammer wurde auf den Kopf gestellt, auch die vom Kapitän. Man durchwühlte die Wäsche im Schrank und schaute unter die Matratzen. Besonders scharf war man auf mitgebrachte Rubel.  Landeseigene Währung einzuführen, war streng verboten. Ich hatte mir vorsorglich zwei Leninbilder besorgt und eines davon außen an die Kammertür geklebt und das andere in der Kammer aufgehängt. Die Russen feixten und riefen „charascho!“, als sie den Genossen Lenin da hängen sahen und verschonten mich vor Kontrollen. Ich war das einzige Mannschaftsmitglied, das nicht kontrolliert wurde. Im Hafen von Archangelsk wurden wir Tag und Nacht vom Wasser aus durch ein Boot mit starken Scheinwerfern und vom Kai aus durch drei Wachposten bewacht, für die extra ein hölzernes Wachpostenhaus aufgebaut worden war. Kein Mann konnte unbemerkt von Bord kommen oder an Bord gelangen. Das Laden war recht zeitaufwendig. Die Bretter wurden einzeln in die Luken gebracht und gestapelt. Wenn es anfing zu regnen, unterbrachen die Russen sofort die Arbeit. So hatten wir 14 Tage Liegezeit. Eines Tages hieß es: „Wer will an Land?“ Man konnte beim Kapitän offiziell Rubel im Kurs 1 Rubel für 4 DM eintauschen. Aber alle verzichteten, denn für einen Rubel bekam man kaum etwas. Ein Autobus mit einer Dolmetscherin hielt vor dem Schiff und brachte uns in die Stadt bis vor den russischen Interklub. Wir wurden von russischen Studentinnen zum Tanzen empfangen. Der Bootsmann, der sich in Russland auskannte, hatte uns schon unterrichtet, vor dem Interklub würden gleich Russen auf uns zukommen, uns in eine dunkle Ecke ziehen und Tauschgeschäfte anbieten. So kam es denn auch. Ich bot meine Rotbart-Rasierklingen an, die ich 20 Stück für 1,50 DM erworben hatte und verkaufte hier das Stück für 4 Rubel. Eine Flasche billiger Champagner kostete 2 Rubel, der bessere 3 Rubel. So konnte ich für meine 20 Klingen 80 Rubel erwerben und mich gründlich mit Champagner eindecken.
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Ich werde Seemann....  Grinsend
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On a long enough timeline, the survival rate for everyone drops to zero.
henning
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« Antworten #1 am: 09. November 2007, 11:25:58 »

Ob ich für meine vielen Derby auch ein paar Pullen Schampus bekomme Grinsend? Oder habe ich wieder mal auf's falsche Pferd gesetzt Huch
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Meine Empfindungen bezüglich der Eigenschaften von Messern, Hobeln, Klingen, Seifen, Cremes und Pinseln sind nicht unbedingt übertragbar und keinesfalls als allgemeingültig anzusehen und können von anderen Anwendern durchaus gegenteilig erfahren werden!!!
Honka
gesperrtes
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« Antworten #2 am: 09. November 2007, 13:04:42 »

Schade, auf dem hohen Ammersee ist mir so etwas noch nicht passiert...
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parabea
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« Antworten #3 am: 10. November 2007, 13:22:03 »

Vielleicht sollte ich mal die Russen bei mir im Geschäft fragen....... :Smiley



lg Ralf
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henning
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« Antworten #4 am: 10. November 2007, 13:52:10 »

Die haben Rapira. Da ziehen Rotbart nicht mehr Zunge.
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