gut-rasiert
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Autor Thema: Entrostung mit Phosphorsäure  (Gelesen 2157 mal)
abc123
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Beiträge: 479


« am: 19. Oktober 2007, 21:18:38 »

Das Passivierungsverfahren von Metallen mittels Phosphorsäure kommt aus der Großindustrie. Dort wurden vorzugsweise Stahlplatten und Bleche in ein Bad von warmer, verdünnter Phosphorsäure getaucht. Die entstehende Eisenphosphatschicht ist zäh und praktisch unlöslich - ein guter, überlackierbarer Rostschutz. Heutzutage wahrscheinlich eher ungebräuchlich und vom Verzinken abgelöst. Die Säure ist in fast jedem Rostumwandler enthalten aber nur in niedriger Konzentration (in Cola ist sie nebenbei auch enthalten).

Die Phosphorsäure löst den Rost vollständig auf bzw. wandelt ihn am Stahl in Eisenphosphat um. Das Material wird dabei nicht beschädigt, eigent sich dementsprechend gut für mechanisch schwer zugängliche Stellen. Eine 25% Lösung in technischer Qualität ist völlig ausreichend, kostet maximal ein paar Euro. Zur Verfügbarkeit in Deutschland kann ich leider nichts sagen.

Die Anwendung ist simpel. Die Stelle wird von losem Rost gut gereinigt, entfettet und eingepinselt. Oberflächlicher Rost verschwindet fast augenblicklich, es bleibt mattes Metall. Tief verrostete Stellen verfärben sich fast schwarz, da kann es hilfreich sein mit einer Nadel das Gefüge aufzukratzen um den Prozeß zu beschleunigen. Nicht eintrocknen lassen und bei Bedarf nachpinseln. Punktgenau arbeiten sonst muß man nachher zuviel polieren, vorsicht bei Ätzungen. Nicht länger einwirken lassen als notwendig. Wenn man fertig ist, die Stelle feucht abwischen und nachpolieren.

Auf den sicheren und vernünftigen Umgang mit Chemikalien sei hingewiesen, Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge auf der Verpackung beachten. (Wir sind zwar nicht in Amerika, ich schreib es aber trotzdem dazu.)
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wernerscc
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Beiträge: 1.512


« Antworten #1 am: 26. Oktober 2007, 01:07:21 »

Guter Tip abc123. Wie sind deine Erfahrungen mit der Rostpassivierung von Rasiermesserklingen?
Ich hab schon mal das Colabad mit zwei sehr verrosteten Franzosen probiert. Hat aber überhaupt nicht funktioniert. Vermutlich ist die Konzentration der Phosphorsäure in der Cola zu gering. Hab dann gedremelt, bis "der Arzt kommt"
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Member of the 'Brotherhood of Thäter owners' (BoTo#4125/3 + #4292/6)
abc123
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Beiträge: 479


« Antworten #2 am: 26. Oktober 2007, 18:45:34 »

Cola ist zum Entrosten an sich ungeeignet, es wird nur zu Demonstrationszwecken gezeigt.

Die Klingen nicht in ein Tauchbad hängen oder einlegen!

Wir wollen nur den Rost beseitigen und nicht die ganze Klinge phosphatieren. Die Entrostung basiert auf der Umwandlung von Eisen in Eisenphosphat, die Säure macht aber zwischen Rost und Klingenstahl keinen Unterschied. Die Phosphatschicht bleibt nach dem Polieren in den Vertiefungen zurück - dort gehört sie auch hin.
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