Bengall Reynolds
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« am: 24. September 2007, 21:37:18 » |
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Wie der Titel es zum Ausdruck bringt: -Die Ecke für Restauratoren, Polierer, Heftbauer Hier könnte man sich austauschen über Entrostung, Politur, Holzbearbeitung, Vernietung, Werkzeuge, Materialien und Bezugsquellen. Buddelfrosch.... Hallllloooooooooo?? 
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« Letzte Änderung: 24. September 2007, 21:38:52 von Bengall Reynolds »
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Buddel
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« Antworten #1 am: 25. September 2007, 20:00:58 » |
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Jaaaaaa-hhaaa Bengall, was ist denn? Ich bin natürlich gern bereit, so weit ich das überhaupt kann, Fragen zur Restauration von Rasiermessern zu beantworten. Soweit ich das sehe, gibt es aber noch keine. Daher hier mal mein letztes W&B mit Wurzelholzheft. Ist heute morgen fertig geworden. Die Klinge kann auch nach meiner Behandlung ihr ehrwürdiges Alter nicht verstecken. Einiges an Pitting und kleineren ehemaligen Rostnarben war einfach nicht weg zu bekommen. Erwehneswert ist vielleicht, das dies das Messer mit dem dicksten Rücken ist, dass ich bisher gesehen habe. Noch dicker als beim Meatchopper (nur um die Proportion klar zu machen, der hintere Messingkeil im zweiten Bild ist ca. 2mm dick). Und das trotz seiner relativ kleinen Größe. Es müsste also bei der Rasur ziemlich kopflastig sein. Ich bin schon gespannt.   Vielleicht ist dem einen oder anderen schon mal eine Frage eingefallen?  Buddel
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Senser
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« Antworten #2 am: 26. September 2007, 19:11:24 » |
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Hallo Buddel Schön, dass du gerade dieses Messer in diesen Thread eingestellt hast. Die wahrlich reife Leistung, meinen Respekt, ist aber leider ein Musterbeispiel für kaputt restauriert einerseits und hervorragend instandgesetzt andererseits. Versteh das jetzt bitte nicht falsch, es ist nicht bös gemeint. Iltis hatte andernorts mal ein sehr treffendes Statement zu diesem Thema abgegeben. Das hier abgebildete Messer hat eigentlich nichts mehr mit dem Original zu tun. Restaurieren tut man eine Antiquität, einen Oldtimer, ein Haus usw. Wenn man das unter werterhaltenden Gesichtspunkten betrachtet, dann gilt es, den Verfall zu stoppen und weiterem Verfall möglichst zu vorzubeugen. Ob man die ursprüngliche Funktion wieder herstellt ist eigentlich vom momentanen Zustand abhängig. Manche Dinge sind schon soweit gealtert, verfallen, oder ermüdet, dass man sie nicht mehr Ihrer ursprünglichen Funktion zuführen kann. Tut man es doch, so hat man unter Umständen wieder ein schönes und auch brauchbares Objekt geschaffen, welches aber mit dem Original nichts mehr gemein hat. Ich habe selbst einige Messer unter diesem Gesichtspunkt "misshandelt", obwohl es gar nicht unbedingt nötig war. Ich habe beispielsweise Patina wegpoliert, nur um der Politur Willen, und hatte innerhalb von Minuten die Geschichte von vielleicht 150 Jahren wegpoliert. Deshalb dachte ich auch, dass es sinnvoll ist, die Themen Instandsetzung und Restaurierung zu trennen. Gruß Senser
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harrykoeln
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« Antworten #3 am: 26. September 2007, 22:12:31 » |
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Guten abend, so, wie versprochen, möchte ich noch ein Wade & Butcher vorstellen. In der kleinen Bilderserie ist das Heft zu sehen, in dem ich das Messer bekommen habe. Es war ganz, die Erlniete war ein platt gekloppter Nagel. Bei der Klingenbefreiung ist das Heft dann gebrochen. Das wurde im Vorfeld schon mal geflickt, eine Hälfte war - wie das gesamte ursprüngliche Heft wohl einmal - aus Horn, die andere Hälfte aus diesem Holz. Die Klinge ist in dem Heft geradezu rumgeschlabbert. Also war ein neues Heft fällig - ich habe mich für Clavellin entschieden. Um Urzustand ein eher langweiliges Holz, aber nach dem Ölbad ein gar wunderschönes, mit satten Farben.  Die untere Reihe zeigt dann, wie das Messer mal aussehen kann...
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harrykoeln
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« Antworten #4 am: 26. September 2007, 22:29:42 » |
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Und hier ist dann noch das Übernächste, das ich vor der Brust hab. Ein Kamisori.  Wenns entrostet und geschliffen ist, bin ich echt auf die Rasur mit dem Teil gespannt...
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Buddel
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« Antworten #5 am: 27. September 2007, 10:02:32 » |
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Die wahrlich reife Leistung, meinen Respekt, ist aber leider ein Musterbeispiel für kaputt restauriert einerseits und hervorragend instandgesetzt andererseits. ... Deshalb dachte ich auch, dass es sinnvoll ist, die Themen Instandsetzung und Restaurierung zu trennen. Gruß Senser
Moin Senser, soll sowas also in Zukunft unter die Rubrik "Instandgesetz" kommen? Über die verschiedenen Ansatzpunkte, können wir gern diskutieren. Allerdings wird es dabei sicherlich nicht zu einem Konsens kommen, außer dass man einfach den Ansatz des anderen Aktzeptieren sollte. Da ich weiß, dass du deutliche Worte einzuordnen weißt  , mach ich es mal ein bisschen drastisch. Die einzig korrekte Art, dieses Messer zu "restaurieren" (wenn man es auch noch benutzen will), wäre gewesen neu Hornschalen in gleicher Form zu fertigen. Den hinteren Alukeil zu "recyclen" und mit möglichst gleichen Nieten zu arbeiten. Wer das will - super. Ich will das nicht, da bereits die original Schalen schlecht gepasst haben und ästhetisch keine Meisterleistung darstellten. Alu als Keil ist leicht zu bearbeiten und billig, aber optisch und funktionell schlechter als Messing. Horn ist schwierig zu verarbeiten im Vergleich zu Holz, optisch im Zeitalter von Plastik, zumindest wenn es schwarz ist, auch nichts besonderes und so wie ich es fast immer sehe, ständig verzogen und geplatzt. Patina ist in meinen Augen nur "Dreck", den ich mir nicht durchs Gesicht ziehen will und Rost...ich denke da muss ich nichts zu sagen. Mein einziger Ansatz ist vollkommen unromatisch. Ich will mich mit den alten Messern wieder rasieren können. Sie sollen schön aussehen und sich gut anfassen. Vieles von dem, wass ich aufarbeite taugt meist nur noch für den Müll, wenn es hier ankommt. Die Schalen sind in 85% der Fälle irreparabel verzogen, geplatzt, gerissen, vergammelt - oder billigstes Plastik im Brettchenstiel. Es geht mir nicht darum Messer als Zeitzeugen zu sehen. Ich will das sie benutzbar sind und benutzt werden wollen. Der Hersteller wird das damals sicher genau so gesehen haben. Allerdings nehme ich erhaltenswerte Messer auch nicht auseinander. Gestern ist mir ein Pipe-Razor von Wostenholm angeboten worden, wie ich ihn schon lange für ein Projekt suche. Ich habe abgelehnt. Die gepressten und vergoldeten Hornschalen waren in einem zu gutem Zustand - die reiß ich nicht runter, nur um meine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Da warte ich lieber, bis ich einen mit vergammelten Schalen finde.  So long Buddel P.S.: Leider sieht man in der Überschrift "Messerpflege" nie ob neue Threads oder Beiträge im Unterordner sind. Wäre schön wenn das gefixt werden könnte.
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matjes
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« Antworten #6 am: 27. September 2007, 10:18:41 » |
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@ Harry Dein W&B hat eine traumhaft fette Klinge. Auf sowas stehe ich. Bildschön, hätte ich auch gern. Aber mir scheint der neue Griff für dieses gewaltige Teil doch ein wenig zu zierlich. Bei einem 5/8 oder 6/8 kann ich mir den gut vorstellen, der ist wirklich schick. Aber ich finde, die Proportionen passen mit da nicht so mit dem schmalen Heft. Hast Du denn noch was "kräftigeres" auf Lager? Ist aber jetzt nur meine persönliche Meinung, keine Kritik, also bitte nicht mißverstehn, gelle  Gruß Matjes
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harrykoeln
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Können diese Augen lügen?
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« Antworten #7 am: 27. September 2007, 18:07:45 » |
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Hey matjes ICH BITTE UM KRITIK. Bekanntlich sind Geschmäcker verschieden. Und wenn dann jemand auch noch dazusagt was genau nicht gefällt, oder was man besser machen kann, lass ich mir das gerne durchs Großhirn laufen und bau auch mal ein Pappeheft. Siehe beispielsweise dies Messer: http://www.bilder-hochladen.net/files/2vlk-32-jpg.htmlich finds schick, doch scheint das Design ähhhh - gewöhnungsbedürftig. Ein Kumpel meinte auch - naja, ganz nett - aber glaubs, oder lass es, das Heft ist ein gigantischer Handschmeichler. Nachdem er es mal übers Leder gezogen hatte und eine Proberasur damit gemacht hat, ist er begeistert. Läßt sich super führen, liegt fantastisch in der Hand. Übrigens Kauknochen von Pedigree wurde es schon genannt. Naja, jedenfalls wer lang hat kann auch lang hängen lassen - ich jedenfalls kann mich, wenn ich will, mit nem Kauknochen von Pedigree rasieren. Und das auch noch gut! Schaun mer mal. Was mir gefällt an dem Heft ist, das die Klingenätzung durch die Ausparung im Holz toll zur Geltung kommt. Und das Holz find ich einfach nur geil. Meine Top 3 im Holz (von denen, die ich bislang verarbeitet habe) sind: Cocobolo, Olive und Clavellin. In diesem Sinne
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matjes
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« Antworten #8 am: 27. September 2007, 18:27:10 » |
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Den Kauknochen kenne ich, hab ich schon woanders gesehn. Gefällt mir persönlich auch nicht so recht. Was mich daran stört ist der Abstand zwischen Erl und Schale. Das Loch paßt da irgendwie nicht hin, das zerstört das Bild. Und auch da ist der Griff meines Erachtens zu schmal für die wuchtige Klinge. Aber die Geschmäcker sind zum Glück verschieden, solange Du Dich damit rasieren kannst und das sogar Handschmeichler für Dich sind, ist das doch in Ordnung.  Gruß Matjes
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Senser
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« Antworten #9 am: 27. September 2007, 23:31:59 » |
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@ Buddel Jetzt, wo das Thema Restauration und Maßanfertigung heißt, geht das ja auch in Ordnung. Da würde ich das als Maßanfertigung unter Verwendung von zum Teil historischen Materialien bezeichnen. Ist aber letzlich Haarspalterei. Und wir wollen eigentlich Haare abschneiden, oder. Ich glaube übrigens, dass ich noch ein Wostenh. Pipe- Razor mit "ohne" Schalen habe. Vermutl. sogar zwei. Ich melde mich Gruß Senser
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Buddel
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« Antworten #10 am: 27. September 2007, 23:45:55 » |
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Das sehe ich ähnlich Senser. Ich kann damit leben, wenn wir es nicht mehr restaurieren nennen, was ich da mache, sondern eben anders. An der Sache selbst ändert das wenig. Ich bin halt jemand, der sich historische Röhren auch in seinen Verstärker steckt, alte Chassis laufen lässt und nicht nur misst, mechanische Uhren umbindet und nicht nur auf dem Uhrenbeweger vorführt, auch wenn sich der "Sammlerwert" der Sachen dadurch sofort halbiert. Andere halten das anders, ich denke beides ist i.O. Freue mich auf Post von dir 
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Bengall Reynolds
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« Antworten #11 am: 07. Oktober 2007, 12:35:07 » |
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Na gut, hier mein "hässliches Entlein"  War das dritte oder vierte Heft das ich gebaut habe (?) Mehr werden es wohl auch nicht mehr werden da mir einfach die Werkzeuge fehlen und es ein totaler Krampf ist das Holz in ausreichend dünne Scheiben gesägt zu bekommen. Habe es ja im NRF bereits mal erwähnt; wenn ich das Holz zum Tischler trage, ruft der gleich mindestens 20,00 - 50,00 € nur fürs zurecht sägen auf. Das ist mir etwas zu kräftig!
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« Letzte Änderung: 07. Oktober 2007, 12:38:58 von Bengall Reynolds »
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jap
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« Antworten #12 am: 09. Oktober 2007, 21:26:42 » |
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Bengall dein Heft gefällt mir echt gut! Hm, achtet auch auf den Faserverlauf des Holzes! Es sollte schon eine durchgängige Verbindung zwischen beiden Nieten bestehen, sonst zerbröselt es euch vllt irgendwann mal in der Hand! 
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UliSchneider
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« Antworten #13 am: 12. Oktober 2007, 22:20:06 » |
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Hi, wo bekommt Ih die Materiealien her um alte Klingen wieder flott zu machen ? Habe 2 "Problemkinder" im Keller liegen.
Gruß
Uli
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olddj
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Salzaha
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« Antworten #14 am: 12. Oktober 2007, 23:29:33 » |
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Im Keller liegen, häh? Hoffentlich is er trocken. Ja da gibt es viele Möglichkeiten um Materialien zu bekommen. Im Baumarkt bekommst Du auf jeden Fall schon mal Schleifpapier und wenn Du Glück hast auch noch Autosol oder irgend ein anderes Poliermittel für Metall. Die anderen Materialien zum Schärfen, zB. bei Dick oder in der Bucht, es gibt da so viele Möglichkeiten, erkenne sie! Der Werbeslogen lief zufällig gerade im Fernseher. 
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