Der 5er hat ja bereits sein eigenes Topic, denn Hydro5 ist nicht gleich Hydro3. An dieser Stelle möchte ich über meine mit dem Hydro3 gemachte Erfahrung berichten.
Für €2,99 hab ich ihn mir vorgestern spontan beim Müller mitgenommen. Es handelt sich um die aktuell propagierte "Dschungelcamp Limited Edition" des Hydro3. Andere Farbegebung inkl. einem "Reisetui". Den 5er gab's ebenfalls zu dem Preis, aber dessen Klingenkopf wirkte mir - sogar auf den ersten Blick - zu monströs.
Eins vorweg: der Kopf des 3ers ist auch nicht wirklich wendiger.

Zur Optik einmal; Griff in den Farben dunkelgrau und gelb kombiniert mit Alu. Sieht tatsächlich nicht schlecht aus, gefällt mir besser als die Normalausgabe in blau/weiß.
Klingenkopf mit 3 Klingen, unten ein paar Gummilippen und oben ein "Gelreservoir". Beim 3er ist es nicht wie beim 5er wegklappbar.
Nun, gestern früh war der Hydro am Start. Der Speick Stick und als Pinsel den Vulfix 2235 - das waren die weiteren Utensilien meiner Wahl.
In der Kürze:
Schon nach wenigen Zügen offenbarte sich mir "der Rachen des schmierigen Grauens". Glibberfäden waren noch die harmloseste Erscheinung, wesentlich schlimmer war dieser Glibberfilm - eher schon eine Schicht - die das Gelreservoir dick und großzügig auf meine Haut aufzog. Dieser Sabber ließ sich auch mit x Zügen nicht wegschaben, denn bei jedem erneuten Zug kam nochmal soviel des "Sabbers" nach. Rasierschaum vermischte sich mit dem "Feuchtigskeitsglibber" und so hatte ich eine permanente Gleitschicht (die sich noch dazu auch nicht so leicht abwaschen ließ). Einzigartig (oder soll ich sagen: eigenartig) auch das Rasurgefühl; als würde die Klinge über Schleim gleiten. Kein Wunder, die Klingen selbst sind vertieft zwischen Reservoir und Gummilippen angeordnet. Ohne richtig "Schmackes" (wie ihr lieben Nachbarn so gerne sagt) wird das keine gründliche Rasur. Aber ich wollte dennoch zumindest Aalglätte erreichen, sodass ich a) während der Rasur das Gelreservoir sogar probeweise abmontiert habe und b) auch mal ordentlich Anpressdruck ausgeübt habe; "die propagierten 'Skin Guards' sollen zeigen was sie können"...

Also Gesicht gründlich wieder vom Glibber gereinigt und ohne Gelreservoir weiterrasiert. Naja, es kam dem üblichen Rasurgefühl mit einem Systemrasierer schon näher, aber der Klingenblock ist immer noch klobig. Entweder man akzeptiert das Gel, oder man darf diesen Rasierer nicht verwenden. Das Design und die Funktionalität ist darauf ausgerichtet, ohne dem Gelreservoir wirkt die Rasur sehr eigenartig, als würde der Winkel nicht mehr stimmen.
Das Gel mag von Wilkinson bestimmt gut gemeint gewesen sein, aber das ist eindeutig vieeeeeel zu viel! Ich wusste eigentlich garnicht wann und wo ich bereits drüberrasiert hatte, denn überall befand sich noch weißer Seifenfilm auf der Haut der einfach - egal wie oft ich noch drüberrasierte - nicht weggehen wollte. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass der Klingenkopf wie ein Luftkissenboot über die Haut schwebt.
So gut es ging habe ich die Rasur dann wieder mit aufgestecktem Gelreservoir abgeschlossen. Haut ein wenig gereizt, vll eine Überdosis "Aloe Vera" und dem ganzen Zeug das im Gelreservoir enthalten ist. Was solls.
Aber nach den ersten "Grabschenversuchen" im Gesicht war mir klar, das war und ist keine nachhaltige Rasur gewesen.
Pffffff, pffffffffffffffff, für einen Systemrasierer wirklich schlecht. Nach 2 Stunden fühlte ich schon die ersten richtigen Stoppelchen, nach etwa 8 Stunden hätt ich mich schon wieder rasieren können...
Optik

Haptik

Rasurverhalten

Fazit:
Liebe "Wilkinsonianer", eigentlich finde ich es traurig, denn ich mag euch. Ich mag euren Stick, euren Wilkinson Classic und auch eure DE-Klingen. Aber was ihr da im Systemrasiererbereich fabriziert, das ist eine Tragödie.
Selbst der in die Jahre gekommene Gillette Mach 3 stampft den Hydro mit Leichtigkeit in den Boden. Im direkten Vergleich ist der Mach3 in allen Belangen weit überlegen. Der Mach3 hat das bessere Design, den kleineren und wendigeren Klingenkopf und über die Rasurleistung brauch ich garkeine Worte zu verlieren...oder sagen wir es so: Der Hydro3 dümpelt irgendwo in der 5. Liga herum, der Mach3 hält sich aber seit seiner Einführung bravourös in der Bundesliga.

Eine weitere Rasur wage ich mit dem Hydro3 sicher nicht. Als Unrasierter ins Bad zu gehen und als "weniger Unrasierter" wieder rauszukommen - dafür ist mir die Zeit einfach zu schade.
That's it.