Hört sich interessant an.
In welchem Größenverhältnis stehen denn die Schleifkörper der rosa Paste zu Polierrot und Chromoxid?
Die "rosa Paste" ist jedenfalls sehr, sehr fein. Chemisch ausgetestet hat sie, meines Wissens nach, noch keiner. Den Vergleich zu Polierrot kann ich mangels Erfahrung leider nicht ziehen. Chromoxid in Form der Lukas Acryrl- und Ölfarbe habe ich zwar getestet, bin aber mit beiden leider nie wirklich zurecht gekommen. Aber bezüglich des Pasteneinsatzes geht es primär nicht darum den eigentlichen Grat zu entfernen, das macht die polierte Seite des UF, sondern nur den letzten "Mist" von der Schneide abzutragen. Mit der 30x Lupenkontrolle ist auch kein signifikanter zweiter Schneidenwinkel zu erkennen.
Mein Stoßriemen ist auch vollkommen glatt, das Leder dient wirklich nur als Trägermaterial der Paste (siehe Foto). Höchstwahrscheinlich sind auch andere Trägermaterialien denkbar.
Der Vorteil dieser Methode liegt, meines Erachtens, darin, daß sich erfahrene RM-Benutzer und -Schärfer sich den langen Weg über den Neuaufbau der Facette ersparen. Der Verschleiß liegt quasi bei null! Ich möchte aber insofern davon abraten, den Grat des UF allein durch einen Pastenriemen zu entfernen. Das würde die Schneide ballig machen, was gerade nicht Sinn und Zweck dieser Methode ist. So wie beschrieben, läßt sich die Methode fast unbegrenzt reproduzieren. Gerade bei erfahrenen RM-Benutzern, muß das Messer ja nur alle heiligen Zeiten nachgeschärft werden.
Ich möchte die Grundidee dieser Methode aber keinesfalls als neu darstellen, das Konzept der "Barberhones" gibt es schon ewig. Man sollte aber nicht vergessen, daß es sich bei dem Spyderco UF um einen gesinterten, künstlichen Saphir handelt. Ein Material, das damals so noch nicht zu Verfügung stand. Und weiters möchte ich davor warnen: Das Abrichten dieser Steine mittels Diamantplatte oder sonstigem, wie auf "BadgerandBlade" propagiert, ruiniert die Wirksamkeit der Steine!! Das "Gehimnis" dieser Steine liegt in deren Oberfläche selbst. Nur in diesem Fall ist eine plane, polierte Oberfläche von nutzem! Diese kann mit einigem Aufwand durch Abrichten auf einer Glasplatte mit hochqualitativem Naßkorundpapier, ca. 120 - 150 Körnung, erfolgen.
Ich kann nur jedem erfahrenen RM-Schärfer nahelegen, diese Methode zu probieren. Ein Profi wird schnell erkennen, ob ein RM seine Schärfe durch einen instabilen, aber sauscharfen Grat, vorgaukelt, oder über viele Rasuren von Bestand ist.
[Das Bild ist nicht "per se" schlecht, sondern soll nur darstellen, daß die Oberfläche spiegelglatt ist und das Leder nicht als "offenporiges" Medium gebraucht wird.]
