gut-rasiert
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Autor Thema: Schärfen einer Henckels Rapide Keilklinge  (Gelesen 271 mal)
KäptnBlade
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Freiheit aushalten!


« am: 07. Januar 2012, 14:06:50 »

Hallo Freunde der SE-Rasur,

heute berichte ich mal von meinen Erfahrungen beim (Neu-)Schärfen einer Keilklinge des Henckels Rapide.
So sieht sie aus:



Zu aller Erst muss ich sagen, dass man recht wenig über Schärfen von Keilklingen im Netz findet.
Wahrscheinlich gibt es sicher Gurus die wissen wie es richtig geht, aber so wirklich darüber geschrieben hat wohl noch keiner etwas.
Was Keilklingen, die Geschichte dazu etc. findet man allerdings recht oft. Also daher hier nicht!

Nun denn.
Problem Nummer 1 war, den richtigen Winkel für die Facette zu finden.
Nach langem Testen verschieden dicker Lagen Isolierband, bis hin zu Panzertape, meine ich herausgefunden zu haben, dass die Rapide gar nicht abgeklebt werden sollte.


Also rauf auf die Steine. Naniwa 3000er, dann 10000er und letztendlich auf einen Oozuko.
Das ist recht unspektakulär und ich erspar Euch Fotos. (Ganz ehrlich: Ich hab während der Sauerei keine gemacht und möchte das jetzt nicht nachstellen!  Zwinkernd)

Einziger Unterschied zu einem Messer ist jedoch, dass diese Klinge wesentlich länger auf den Steinen bleiben musste.
Scheinbar ist der Stahl härter. Bis eine "Armhaar-beim-Berühren-abgetrennt-Schärfe" entsteht hat es jedenfalls aussergewöhnlich lang gedauert.

Dann musste die Klinge über die Riemen.
Hier hab ich nur einen selbstgefärbten ChromOx-Riemen von StarShaving und einen XXL von In_Je_Ner verwandt.

Aber: Wie zieht man so eine Klinge ab?
Eine Halterung dafür hatte ich nicht.

Also mal was ausgedacht - und ja - es hat sehr gut gehalten!








Und auch hier wieder: Viel ledern!

Ich hab einige Rasuren benötigt, bis das Ergebnis einiger Maßen zufriedenstellend war.
Während die Armhaare nur so purzelten, ging im Gesicht zu Beginn gar nichts!
Vermutlich war die Klinge "überscharf", wenn es so etwas gibt.

Nach gefühlten - kumulativ über mehrere Rasuren - 400 Zügen auf den Riemen bin ich nun endlich da wo ich hin wollte.
Man kann sich mit der "neuen" Klinge wieder rasieren.



Bis zur Sanftheit eines STAR SE ist es zwar noch etwas hin, aber der richtige Weg ist gefunden!



Kurze Anekdote zum Schluss:
Wegen anhaltender Frustration hab ich zwischenzeitig mal eine Ted Pella in den Henckels eingelegt.
Das Ergebnis war eine Rasur, die neue Maßstäbe in Punkto Aggressivität setzte.
Vorsichtig wie immer bei neuen Tests verlief die Rasur aber gut und unblutig, auch wenn die Haut danach etwas brannte.
Der R41 ist jedenfalls ein Waisenknabe dagegen!
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henning
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« Antworten #1 am: 07. Januar 2012, 18:53:25 »

Weder beim Schärfen, noch beim anschließenden Rasurgefühl sollte es eigentlich keinen Unterschied zum Messer geben. Schließlich handelt es sich quasi um Bruchstücke von Rasiermessern. Es gab sogar mal Abbrechklingen, ähnlich den heutigen Cutterklingen. Trotzdem war ich mit Rasuren der Keilklingenhobel nie zufrieden. Egal welche Marke und welche Breite, war es mit einem Messer dann doch sanfter. Keine Ahnung warum.

Ciao
« Letzte Änderung: 07. Januar 2012, 18:58:54 von henning » Gespeichert

Meine Empfindungen bezüglich der Eigenschaften von Messern, Hobeln, Klingen, Seifen, Cremes und Pinseln sind nicht unbedingt übertragbar und keinesfalls als allgemeingültig anzusehen und können von anderen Anwendern durchaus gegenteilig erfahren werden!!!
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« Antworten #2 am: 07. Januar 2012, 19:23:42 »

Mhh, ich kann mir sehr gut vorstellen das Keilklingen, nicht nur bedingt durch einen leicht anderen Herstellungsprozess sondern vor allem infolge der Anforderungen von Selbstrasierern (lange Schnitthaltigkeit der Klinge, minimierter Arbeitaufwand auf längere Zeit hinaus durch Ledern statt schärfen) von härterer Machart als Rasiermesser sind. Darüber das Keilklingen nicht maßgeblich hohl geschliffen werden müssen kann ein Stahl verwendet werden der letztendlich nicht so flexibel sein muss, bzw. die Klinge kann fast durchgehärtet werden. Der in dieser Form sich von Rasiermessern unterscheidende Stahl würde dann auch ein anderes, bzw. unterschiedliches Schleifverfahren gegenüber dem Rasiermesser bedingen.
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KäptnBlade
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Freiheit aushalten!


« Antworten #3 am: 07. Januar 2012, 19:27:49 »

... Schließlich handelt es sich quasi um Bruchstücke von Rasiermessern. ...

Tja, das dachte ich auch Henning!
Sicher gab es auch Bruchstücke und die sind bestimmt genauso zu schärfen wie Rasiermesser, aber diese Klinge ist nun mal kein Bruchstück!  Zwinkernd
Daher sicher auch der Unterschied.

Bin auch mal gespannt, wie lange sich nun bei dieser Klinge die Schärfe hält.
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henning
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« Antworten #4 am: 07. Januar 2012, 19:37:38 »

Meine 8/8" Mulcuto Keilklingen waren vollhohl. Aber es kann schon sein, daß es Unterschiede gab.

Ciao
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Onkel Otto
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« Antworten #5 am: 31. Mrz 2012, 06:58:06 »

Ich habe einen Mulcuto SE Wochensatz, den ich nach vielen, vielen Jahren im Keller reanimiert habe. Die Klingen sind von der Breite etwas mehr als 6/8 Zoll. Von der Hohlung schätze ich 1/4, vielleicht ein wenig mehr. Rein vom Betrachten der Fotos von KäptnBlade würde ich sagen, dass die Rapid und die Mulcuto Klingen mindestens Brüder, vielleicht sogar Zwillinge sind. Aber eins sind sie nach meiner Überzeugung nicht. Bruchstücke von Rasiermessern. Dagegen spricht die Tatsache, dass Messerklingen erst nach dem Härten brechen und in den Klingen des Wochensatzes die Tage im Rücken eingraviert tragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in gehärtetem Zustand graviert wurde. Ich gehe davon aus, das diese Klingen gezielt gefertigt wurden.
Das Schärfen der Klingen habe ich völlig unspektakulär wie beim Messer auf drei unterschiedliche feinen Wassersteinen bis zum Schluß Arkansas mit Petroleum durchgeführt ohne jegliches Abkleben. Danach erst auf Hanf, dann auf Pastenriemen (Eisenoxid) und zum Schluß auf unbehandeltem Juchtenleder kräftig geledert.

Ich habe mir die Klingen gerade mal unters Mikroskop gelegt. Unter 35facher Vergrößerung sehen die Schneidwaten bis auf eine Ausnahme völlig i. O. aus. Ich habe das Ding dann neulich endlich mal benutzt und habe dort wohl erst die Klinge erwischt, die nich 100prozentig war. Danach ging es eigentlich recht gut. Die Unzulänglichkeiten bei der Rasur laste ich ersteinmal mir an.

Gruß Onkel Otto
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