Hallo Freunde der SE-Rasur,
heute berichte ich mal von meinen Erfahrungen beim (Neu-)Schärfen einer Keilklinge des Henckels Rapide.
So sieht sie aus:

Zu aller Erst muss ich sagen, dass man recht wenig über Schärfen von Keilklingen im Netz findet.
Wahrscheinlich gibt es sicher Gurus die wissen wie es richtig geht, aber so wirklich darüber geschrieben hat wohl noch keiner etwas.
Was Keilklingen, die Geschichte dazu etc. findet man allerdings recht oft. Also daher hier nicht!
Nun denn.
Problem Nummer 1 war, den richtigen Winkel für die Facette zu finden.
Nach langem Testen verschieden dicker Lagen Isolierband, bis hin zu Panzertape, meine ich herausgefunden zu haben, dass die Rapide gar nicht abgeklebt werden sollte.
Also rauf auf die Steine. Naniwa 3000er, dann 10000er und letztendlich auf einen Oozuko.
Das ist recht unspektakulär und ich erspar Euch Fotos. (Ganz ehrlich: Ich hab während der Sauerei keine gemacht und möchte das jetzt nicht nachstellen!

)
Einziger Unterschied zu einem Messer ist jedoch, dass diese Klinge wesentlich länger auf den Steinen bleiben musste.
Scheinbar ist der Stahl härter. Bis eine "Armhaar-beim-Berühren-abgetrennt-Schärfe" entsteht hat es jedenfalls aussergewöhnlich lang gedauert.
Dann musste die Klinge über die Riemen.
Hier hab ich nur einen selbstgefärbten ChromOx-Riemen von StarShaving und einen XXL von In_Je_Ner verwandt.
Aber: Wie zieht man so eine Klinge ab?
Eine Halterung dafür hatte ich nicht.
Also mal was ausgedacht - und ja - es hat sehr gut gehalten!




Und auch hier wieder: Viel ledern!
Ich hab einige Rasuren benötigt, bis das Ergebnis einiger Maßen zufriedenstellend war.
Während die Armhaare nur so purzelten, ging im Gesicht zu Beginn gar nichts!
Vermutlich war die Klinge "überscharf", wenn es so etwas gibt.
Nach gefühlten - kumulativ über mehrere Rasuren - 400 Zügen auf den Riemen bin ich nun endlich da wo ich hin wollte.
Man kann sich mit der "neuen" Klinge wieder rasieren.

Bis zur Sanftheit eines STAR SE ist es zwar noch etwas hin, aber der richtige Weg ist gefunden!
Kurze Anekdote zum Schluss:
Wegen anhaltender Frustration hab ich zwischenzeitig mal eine Ted Pella in den Henckels eingelegt.
Das Ergebnis war eine Rasur, die neue Maßstäbe in Punkto Aggressivität setzte.
Vorsichtig wie immer bei neuen Tests verlief die Rasur aber gut und unblutig, auch wenn die Haut danach etwas brannte.
Der R41 ist jedenfalls ein Waisenknabe dagegen!