gut-rasiert
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Autor Thema: Erste Hobelrasur und letztendlich die Frage: Warum erst jetzt??!  (Gelesen 658 mal)
viennapens
Neuling

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Beiträge: 6



« am: 14. Dezember 2011, 19:44:44 »

Liebe Leute!
Erstmals herzlichen Dank an Euch Alle, die Ihr Euch um das Thema Rasur so sehr annehmt und für die vielen Tipps, Tricks und Erfahrungen in diesem Forum. Ohne Euch hätte ich den Schritt zum Hobeln wahrscheinlich nicht gewagt. Neben Eurem Engagement war ein weiterer Beweggrund, dass ich einen sehr starken Bart habe. Daher kam ich auch noch nie mit Gilette-Produkten klar, die ich einfach als zu sanft empfand und daher immer schon zu Wilkinson griff, aktuell die Quattro Titanium. 5-7 Züge gegen den Strich bringen damit ein anständiges Ergebnis. Störend jedoch, wie bei allen neuen Mehrfachklingen mit jeder Menge von Gleit/Gel-Streifen (die man wahrscheinlich braucht, wenn man Dosenrasierschaum verwendet) ist die enorme Breite des Klingenkopfes, was das Rasieren z.B. unter der Nase nicht wirklich vereinfacht. Und letztendlich habe ich das Gefühl, dass die Fertigungsqualität nicht mehr die Beste ist, da bei jedem 2. bis 3. Klingenkopf, den man neu einsetzt, ein sehr unangenehmes Ziehen auf der Haut entsteht. Und das ist auf Dauer bei den Preisen nicht akzeptabel.

Also einen Progress 510 bestellt, der heute auch angekommen ist. Ausgepackt und erstmals: WOW! Das Ding hat Stil. Heavy Metal wo man hinschaut. Sieht sowas von gut aus, liegt gut und schwer in der Hand. Ein kurzer Blick auf den Plastik-Wilkinson lässt einen erschaudern  Zwinkernd. Also ab ins Badezimmer, nach 12 Stunden ist schon wieder genug Bart da, um den Test zu beginnen...

Erstmals eingeseift (Proraso mit Mühle Silberdachs) und dann mal die Klinge rein (habe die mitgelieferte Merkur genommen). Danach nochmal nachgeseift, Stufe 2 eingestellt und...OK wie war das noch mal? Nicht aufdrücken! 30-Grad-Winkel! Alle Tipps und Tricks schossen mir durch den Kopf! Ein wenig Respekt hat man ja doch vor dieser gefährlichen Schönheit...und los geht's. Als Rechtshänder habe ich mit der rechten Wange mit dem Strich begonnen. Erster Strich: gar nix. Winkel ändern! Zweiter Strich: noch immer nix! Winkel ändern! Dritter Strich: Hallo! Ich höre was! Ein bisserl noch mit dem Winkel spielen! Vierter Strich: Das gibts nicht, ich glaub das funktioniert!!!! Winkel merken und nochmals die selbe Stelle, aber diesmal gleich mal mit Stufe 3 und...JaJaJaJa!! Hihi!! Funktioniert!! Blutlos! Noch alles dran! Weitermachen mit neuer Stelle...und natürlich den Winkel verloren...

Nach einigen Versuchen, Neueinseifungen etc. die erste wichtige Erkenntnis: das Handgelenk so steif wie möglich halten und den Arm die Bewegung ausführen lassen, dann verliert man den richtigen Winkel nicht so schnell. Ist etwas, was man von den "normalen" Rasierern nicht kennt und was neu ist. Aber es geht! Und es geht gut!

Schwieriger war dann die linke Wange. Hier verliere ich den Winkel nach fast jedem Zug, aber das ist sicher nur eine Übungssache.

Ähnlich beim Hals, rechts überraschend gut, links wird schon werden.

Erster Fühltest: die Stellen, die ich anscheinend erwischt habe, fühlen sich schon mal recht gut an. Aber noch nicht perfekt, also ein wenig die Wangen gegen den Strich hobeln und: es ist unglaublich! Natürlich "treffe" ich noch nicht alle Stellen, aber diejenigen, die schön gehobelt werden, sind sowas von glatt!

Den Hals gegen den Strich erfordert noch einiges an Übung, aber das ist es Wert, wenn ich mein Werk an den Wangen betrachte.
Das Kinn habe ich jetzt einmal respektvoll nur vorsichtig mit dem Strich rasiert (Hey, geschafft, das erste Blut! Aber nur ganz winziges Cut), die Oberlippe ebenfalls mit und anschließend quer dem Strich rasiert. Geht, hier fehlt es an Übung und vielleicht noch ein wenig auch an Selbstvertrauen.

Plötzlich geht die Badezimmertür auf und eine besorgte Ehefrau steckt ihren Kopf ins Badezimmer.
"Alles OK? Bist jetzt schon 45 Minuten im Bad"
"Na klar, fühl mal!"
(Natürlich streicht sie über eine Stelle, die ich nicht so gut erwischte und erntete ein liebevolles, aber ehrliches "Naja")
"Nein, hier musst du fühlen!"
"Ach ja! Hmm! Fühlt sich gut an!"

Und ich erntete ein Lächeln und ein Küßchen auf meine (überwiegend) glatte rechte Wange. Wenn dies nicht ein mehr als gerechter Lohn für meinen Mut zum Hobeln ist?!
Sie dreht sich um, um das Bad zu verlassen und sagt noch so etwas wie: "Ich finde es ja toll, was Ihr Männer nicht alles an neuen Spielzeugen findet...", schenkt mir nochmals das Lächeln, dass zur Hälfte aus Ironie und zur Anderen aus all den Gefühlen aus 23 Jahren Ehe besteht und geht. Ebenfalls lächelnd drehe ich mich wieder Richtung Spiegel und beschließe, dass es für heute genug ist. Man soll ja nicht gleich übertreiben. Noch ein wenig Balsam (Proraso) auftragen, den Hobel schön säubern und das war es dann auch schon mit dem ersten Versuch des Hobelns.

Abschließend nochmals ein herzliches Danke an alle Community-Mitglieder, die mich animierten, diese Form des Rasierens zu versuchen. Also ich bleib sicher dran!

Und an alle, die sich noch mit dem Gedanken ans Hobeln herumschlagen, nicht sicher sind, ob sie es versuchen sollen, ob sie das schaffen etc. ein eindeutiges, ehrliches und überzeugtes "Ja, auf jeden Fall ausprobieren!" Sicher muss man ein wenig Zeit investieren, bis man die "perfekte" Rasur schafft, aber ich bin mir heute schon sicher, das es sich lohnt.

Werde über meine Fortschritte weiterberichten..

Liebe Grüße aus Wien! 
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fohns
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Beiträge: 39


« Antworten #1 am: 14. Dezember 2011, 19:58:44 »

Hallo Viennapens,

sehr, sehr schöner Bericht!!
Ich erinnere mich an meine erste Rasur mit dem Hobel vor ein paar Wochen, daher kann ich Deine Beschreibungen sehr gut nachempfinden!
Den Hobel habe ich seit Kurzem auch - macht sehr gute Laune. Dir wird es bestimmt wie mir gehen: das wird nicht Dein einziger bleiben...

Viel Freude und herzlich willkommen hier!!

Viele Grüße vom
fohns.
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Cordy
FAQ-Team
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« Antworten #2 am: 14. Dezember 2011, 20:10:03 »

Oha, noch mehr Wiener Blut..... Grinsend

Ein herzliches Willkommen, Viennapens!
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ron
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"Sapere Aude!"


« Antworten #3 am: 14. Dezember 2011, 20:16:11 »

Servus viennapens,

Gratuliere zum ersten erfolgreichen Hobellerlebnis und ein herzliches Willkommen nach Wien.
Gut, dass die Ö-Fraktion wieder ein wenig verstärkt wird. Grinsend
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Auf die Menschen, die sich an Grenzen stoßen, die sich zum Schmuggeln eignen und die das Zeug zum Eroberer in sich spüren.
infabo
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Beiträge: 2.543



« Antworten #4 am: 14. Dezember 2011, 20:42:54 »

Servas viennapens, herzlich willkommen in der "Anstalt" Lächelnd
Schön zu sehen, dass die Ösi-Fraktion langsam wächst.

Als nächstes steht wohl der Kauf neuer Klingen an, einfach mal im "Die Klinge"-Unterforum schmökern. Die beigelegte Merkur-Klinge ist nicht so schlecht, vorausgesetzt sie wurde beim Transport nicht zu arg "beschädigt". Dann kann man sich schon damit rasieren (selbst probiert).
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BlueDun
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Beiträge: 362


Coticuleliebhaber


« Antworten #5 am: 14. Dezember 2011, 20:52:50 »

Was für eine schöne Geschichte! Ein jeder hier wird sich sicherlich daran erinnern, wie sein erstes mal war, wie er sein persönliches Aha-Erlebnis hatte, welches dazu geführt hat, dass er freiwillig in der "Anstalt" bleibt.
Willkommen, lieber Bruder im Schaume aus Österreich und danke für diese so spritzig und geistreich erzählte Anekdote über die ersten Schritte eines Nassrasieres.
Ich warte gespannt auf Deinen Beitrag, wenn Du das erste mal ein Messer schwingst ...    Zwinkernd

Gruss
BlueDun
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Il Barbiere AiA
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Beiträge: 1.102



« Antworten #6 am: 14. Dezember 2011, 20:54:07 »

Auch von mir herzlich Willkommen und Gratulation zur ersten gemeisterten Hobelrasur  Zwinkernd
Du wirst sehen, zu Männers Ritualen gibt es nichts schöneres als die klassische Nassrasur.
Weiterhin viel Erfolg   Lächelnd
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KäptnBlade
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Beiträge: 539


Freiheit aushalten!


« Antworten #7 am: 14. Dezember 2011, 21:05:56 »

Was für ein Einstand!  Daumen hoch
Sehr nachvollziehbar geschrieben. Ich fühlte im Geiste mit während ich las. Echt toll.

Willkommen im offenen Vollzug.
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Im Liegen geht's!
Saubaer
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Cheerio!


WWW
« Antworten #8 am: 14. Dezember 2011, 21:16:40 »

 Lächelnd Hallo und herzlich willkommen!
Tolle Geschichte und schön das Du Dich hast anstecken lassen  Daumen hoch
Lieber spät wie nie!
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Everything will be good in the end! If it's not good, it's not the end!! (unbekannt)
Winston
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« Antworten #9 am: 14. Dezember 2011, 21:47:27 »

Herzlich willkommen im Guglhupf [1] im Kreise jener mit dem Schaum vor dem Mund!

Darf ich Dich darauf aufmerksam machen, dass Dein Aufenthalt in dieser Anstalt ein teurer Spaß werden wird, der mit etlichen Besuchen beim Esbjerg in der Krugerstraße, bei StoBa draußt in Landstraß und überhaupt an diversen Orten der weiland k.u.k. Reichshaupt- und Residenzstadt keineswegs abzuschließen, sondern durch anschließenden Erkundungen des Fernhandels im Internetz zu erweitern sein wird, bis er einer spannenden Entdeckungsreise gleicht?
Und die Deinige wird sich hinkünftig den Platz im Bad mit Dir ausraufen müssen!

Du hast nicht zufällig -- wie Dein Name insinuiert -- was mit Füllfedern zu tun?

Winston der den Nachsatz vergessen Habende

[1] Für Ausheimische:
Als "Guglhupf" wird im Volksmund der einst "Narrenthurm" geheißene Bau der Verwahranstalt für die "Rasenden, Wahn- und Blödsinnigen" (so nannte sie das mit 1.1.1812 in Kraft getretene österreichische ABGB) bezeichnet, weil diese damals weltweit modernste Irrenanstalt des ausgehenden 18. Jh. tatsächlich wie ein großer Napfkuchen aufgebaut ist.
Wer's nicht glaubt, schaut unter www.narrenturm.at nach!
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Eine gute Rasur ist so gut, dass man sich am liebsten drei mal täglich rasieren möchte!
egmac
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The iKonist


« Antworten #10 am: 14. Dezember 2011, 22:18:45 »

Willkommen und servas! Dieser Einstand und Bericht verlangt Respekt und Ermunterung zu weiteren Schaumtaten! Daumen hoch

Schön zu sehen, dass die Ösi-Fraktion langsam wächst.
Was ist ein Ösi? So etwas, wie ein Ossi? Bleiben wir doch einfach bei Österreicher, Wiener etc... Klingt doch auch nett!
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"....das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich." (Ferdinand Raimund: "Der Verschwender")
Saubaer
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Cheerio!


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« Antworten #11 am: 14. Dezember 2011, 22:24:02 »

Ösi und Ossis haben nichts gemeinsam, ich verbitte mir solche Vergleiche  Grinsend 
Beide Wörter sind harmlose Abkürzungen, sonst nichts.  Und die Bezeichnungen die wir sonst benutzen will hier keiner lesen  Grinsend Zwinkernd

Die Schweizer nennen Deutschland z.B. auch "liebevoll" das "große Kanton"  Zunge
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Everything will be good in the end! If it's not good, it's not the end!! (unbekannt)
Heresy
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Hobel-Azubi im 2.Lehrjahr


« Antworten #12 am: 14. Dezember 2011, 22:29:58 »

Ein herzliches Willkommen auch von mir! Schöne Schreibe! Bin selbst noch im ersten Jahr und erstaunt, wie lange man etwas lernen kann bei der Hobelei.

Als "Guglhupf" wird im Volksmund der einst "Narrenthurm" geheißene Bau der Verwahranstalt für die "Rasenden, Wahn- und Blödsinnigen"il

Bei mir heißt das "Firma". Grinsend
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Gruss, Rainer
Eisblut
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« Antworten #13 am: 15. Dezember 2011, 00:16:06 »

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Ja da werden in der Tat Erinnerungen wach und da das schöne Gefühl als hätte man gerade die Welt gerettet wenn die ersten Rasuren gelingen. Grinsend

Auch der Beitrag aus "Szenen einer Ehe" war sehr unterhaltsam.  Smiley

Viel Spaß und Erfolg beim nächsten Durchgang.
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Lu-Ku
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Beiträge: 537



« Antworten #14 am: 15. Dezember 2011, 01:04:47 »

Auch von mir ein Herzliches Willkommen!! ins schöne Wien Küsschen
herzlichen Glückwunsch auch zu deiner Ehefrau Zwinkernd das hört sich doch alles sehr erfreulich und vielversprechend an Daumen hoch
Schon den Füllhalter-thread entdeckt?
Gruß! Lutz
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Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen. (Mark Twain)
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