gut-rasiert
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Autor Thema: Ein komplett neues Schärfsystem: Ein Vorstellungsthread  (Gelesen 1109 mal)
lesslemming
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Beiträge: 492



« am: 15. Oktober 2011, 15:41:31 »

Ich habe lange getüftelt an einem neuartigen System und möchte hier etwas vorstellen.
Alles was ich jetzt vorstelle habe ich selbst entworfen und alles außer dem Block selbst gebaut.
Die Zutaten sind leider nicht alle einfach erhältlich, aber was macht man nicht alles wenn man verrückt ist?
Bis auf den Block (der die meiste Arbeit macht. Mindestens 12 Arbeitsstunden stecken in jedem) bekommt man jedoch das meiste irgendwo im Ausland.
Clevere Kerlchen können sich das also nachbauen.


Der Abrichtblock:




Schon vor einiger Zeit habe ich einen Abrichtblock selbst entworfen. Siehe dazu gut-rasiert.de/Forum.  
Die Idee war ein auf wenige Mikrometer genau überschliffener Block gefertigt aus Stahl. Hergestellt wurde er bei einem namenhaften Automobilhersteller.

Es gab zwei Varianten:

•   Rostträgen Stahl (VA, umgs. Rostfreier Stahl)
•   Und rostendem Stahl

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. So ist der rostende Stahl härter und etwas zäher, während der rostfreie Stahl deutlich pflegeleichter ist.
Für meine jetzige Idee muss der Stahl magnetisch sein. Dazu später mehr. Rostfreier Stahl ist nur selten magnetisch, daher fällt dieser bei der Wahl des Materials raus.
Ich habe mir über die Zeit ein paar Gedanken gemacht, wie ich meine Erfindung verbessern kann und habe einige neue Ideen,
die insgesamt ein neues System darstellen, welche ich hier vorstellen möchte. Die Erneuerungen:


Der modulare Streichriemen:


 


Die Weiterentwicklung des Abrichtblocks beinhaltet die Möglichkeit mehrere Module magnetisch auf dem Block zu befestigen. Daher fiel die Wahl für diese Variante auf 90CrMnV8.
Nicht rostfrei aber trotzdem zäh. Voll geeignet zum Abrichten der Wassersteine!

Die Module bestehen in erster Linie aus Filz oder hart gepresstem Baumwollgewebe mit einer Magnetfolie. Das Filz/Baumwolle wird mit feinen Diamantpasten wie 1 µm oder 0,5 µm behandelt und dient
1.) zum Sanftmachen nach dem Schärfen und 2.) für das Auffrischen der Schneide nach einigen Rasuren. Diamantspray hat sich seit einiger Zeit bewährt. Natürlich können auch andere Sprays (bevorzugt)
auf das Baumwollgewebe, wie z.B. Titandioxid (1 µm), Chromoxid (0.3 µm) oder Eisenoxid (0,09 µm). Die Magnetfolie erlaubt ein sekundenschnelles wechseln der Module.



Die *echte* Neuheit:
3M imperial lapping film




In den Staaten ist es längst nicht mehr unüblich seine Messer auf Schleifpapier zu schärfen. Natürlich geht das nicht mit jedem Papier!
Man verwendet dafür das imperial lapping film des Herstellers 3M. Dieser ist sehr namenhaft und garantiert absolute Homogenität. Das lapping film ist eigentlich für die Optikindustrie hergestellt
(daher die unschlagbare Qualität). Es gibt sie in allen denkbaren Korngrößen. Ich habe mich vorerst für Aluminiumoxid (Al2O3) in 5 µm (braun), 1 µm (grün) und 0.3 µm (weiß) entschieden.
Das lapping film habe ich genau wie das Filz mit einer Magnetfolie versehen. Diese Module lassen sich genauso verwenden wie die Filzmodule. Die Module werden aufgesetzt und mit Wasser beträufelt.
Und schon kann es losgehen. Die Lebensdauer eines solchen Moduls ist natürlich begrenzt. Im Einkauf kostet allerdings weder das Papier, noch die Magnetfolie die Welt, sodass man schon einiges
Arbeiten muss um an den Preis vollwertiger Steine heranzukommen. Auf Dauer ist diese Lösung, besonders für Gelegenheitsschärfer, tatsächlich günstiger!

Alle fünf Module und der Block fein säuberlich gestapelt: *Platzsparend*




Zum Schluss noch ein paar Impressionen eines Biedermeiers vollständig und ausschließlich auf den drei 3M Modulen geschärft:










Unten folgend: Gleiches Messer, gleiches Finish (0.3 µm). Fotos geschossen durch das Okular des Mikroskops, einfallendes Sonnenlicht dient als Lichtquelle. Vergrößerung circa 40-60 –fach.





Schwer zu fokussieren, da keine Anhaltspunkte
 
Der starke Lichteinfall wird reflektiert, die Facette ist
(abgesehen von einzelnen Rückständen) Kratzerfrei! Anderer Fotoapparat. Mit Absicht ausgewählte Stelle mit einem Restkratzer und einer Roststelle zur Fokussierung

 






Dies ist KEIN Verkaufsthread. Ich habe zwar ein paar dieser Prototypen hier (der Automobilhersteller hatte eine Mindestabnahme Zwinkernd ) und bei Interesse kann man mir eine PN zukommen lassen,
aber vorerst ist dies eine Vorstellung der 3M Module, sowie der austauschbaren Filzmodule. Eventuell setze ich demnächst die restlichen Prototypen komplett inklusive jeweils 5 Modulen in den Mitgliederhandel


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baknip
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« Antworten #1 am: 15. Oktober 2011, 16:02:55 »

Hallo Lesslemming,

Gratulation - gleich in zweifacher Hinsicht. Einerseits weil Du das in einigen amerikanischen Foren bereits etablierte System mit magnetbefestigtem Filz nun auch mit Präzisionsschleifpapier in einer leicht nutzbaren Form zu uns bringst. Und auch, weil ich die Kombination mit dem mir schon bei seiner ersten Vorstellung in einem anderen Thread gefälligen Abrichtblock kombiniert hast. Klingt super-interessant.
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Freies Ausspucken verboten
Tim Buktu
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Mensch sei großzügig oder stirb! K.Brenner


« Antworten #2 am: 15. Oktober 2011, 17:59:29 »

Gute Idee konsequent verfolgt und umgesetzt. Gefällt mir sehr gut!
Die Facette macht einen sehr guten Eindruck.
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PS: Alles nur meine persönliche Meinung, die sich durchaus beeinflussen lässt und sich deshalb gelegentlich auch ändert!
Sicknote
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« Antworten #3 am: 15. Oktober 2011, 18:32:49 »

Hallo,

Ich bin wohl der erste,  der diese methode nach lesslemming testen konnte.  Ich muss sagen,  dass die ergebnisse für sich sprechen. Ich habe bislang 5 messer damit geschärft und alle messer sind hervorragende rasierer geworden. Unter anderem habe ich ein inox kamisori von tosuke damit geschärft, welches noch minimal noch am super ergebnis vorbei war,  danach war es perfekt.  Meine steine wird das system aber nicht ersetzen,  da es sich schon etwas komisch anfühlt und die steine bei den meisten messern etwas sanfter und gründlicher sind.  Alles in allem eine wirklich günstige methode einem messer eine perfekte schärfe zu verpassen.
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Timo

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BlueDun
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« Antworten #4 am: 15. Oktober 2011, 18:48:10 »

Kompliment, Herr lesslemming!
Ich hatte mir auch schon mal überlegt, wie ich das Scary Sharp system wohl auf Rasiermesser übertragen könnte. Es ist bei den Gedanken geblieben .... Aber vor Deiner hingebungsvollen und ingeniösen Umsetzung ziehe ich den Hut und verneige mich!
Was mich vor allem aber interessiert sind die Rasureigenschaften. Sicknote hat da ja schon mal berichtet. Ich bin auf weitere Berichte gespannt ...

Gruss
BlueDun

PS; Für nen guten Händler-link für die Folie wäre ich dankbar. Ich hab auch schon mal gesucht, aber nix gscheits gefunden.
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lesslemming
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« Antworten #5 am: 15. Oktober 2011, 18:56:25 »

Danke schonmal für die vielen Antworten  Smiley


Die Rasureigenschaften sind lediglich limitiert von dem Ausmaß an Übung auf den Modulen.
Ich rasiere mich schon länger vom 1µm Modul mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen.
Es ist recht erstaunlich was das 1µm Modul leisten kann. Hängt man noch Chromoxid oä. an wird die Rasur so gut wie es sein kann.
Das 0.3µm Modul ist (surprise surprise) ein echter Lichtschwert-Rasierer. Extrem scharf und nichts für Jedermann. Ein bisschen empfindlich.

In meiner Rotation sind nun drei Messer vom Ohzuku, Shoubudani und Nakayama und ein weiteres direkt vom 1µm Modul.
Alle vier hervorragend, aber jeder der drei Naturjapaner hat aber soviel gekostet wie 4-5 meiner Komplettsets mit Block, oder umgerechnet ca 200-300 Module  Grinsend
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Iltis
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« Antworten #6 am: 15. Oktober 2011, 19:04:03 »

Sehr interessanter Beitrag, danke Lesslemming! Wäre ich experimentierfreudiger, würde ich das "System" garantiert ausprobieren, aber da mein Interessenfeld sich etwas "verschoben" hat, werde ich wahrscheinlich bei meine Natursteine bleiben, um meine Messer nur nach Bedarf zu schärfen. Trotzdem finde ich das eine spannende Geschichte.
Gruß
Iltis
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« Antworten #7 am: 15. Oktober 2011, 19:57:01 »

ich bin irgendwie etwas skeptisch aber wenn die ergebnisse passen ist doch schön!

stell es doch mal als Testversion in den MH wo du es an interessierte verleihst

gruß

daniel
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lemming
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« Antworten #8 am: 15. Oktober 2011, 20:12:16 »

Hast Du es denn schon ein Patent angemeldet, die Idee ist überzeugend und wenn der Preis unter dem guter Steine liegt, ist es eine Alternative.
Zumal es auch platzsparend aufbewahrt werden kann. Daumen hoch
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« Antworten #9 am: 15. Oktober 2011, 20:16:26 »

Alle Achtung!
Endlich mal wieder etwas Neues. Ein hochinteressanter Beitrag, vielen Dank dafür.
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Zocker2104
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« Antworten #10 am: 15. Oktober 2011, 20:20:05 »

was mich mal ernsthaft interessieren würde ist sie hoch die Folgekosten sind? jedes Schleifpapier wird mal stumpf

hast du schon Standzeiten ermittelt?

daniel
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lesslemming
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« Antworten #11 am: 15. Oktober 2011, 20:23:31 »

Wie ich bereits angedeutet habe nutzen sich die Module ab. Allerdings kostet ein Modul im Einkauf ca. 2€
Da kann man ziemlich auf die Ka**e hauen mit Nachschub, vor allem wenn man die selber "bastelt" (klartext Lapping Film auf Magnetfolie kleben).
Die Standzeit lässt sich nur genauso wie die Notwendigkeit zum Abrichten eines Steines.
Man muss es eben manchmal machen  Grinsend
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Zocker2104
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« Antworten #12 am: 15. Oktober 2011, 20:31:54 »

hört sich interessant an testen würde ich es mal ob ich soetwas brauchen würde... weiß ich nicht steine kauft man sich 1 mal im leben und jut is

aber wirklich toller Gedanke und soweit ich das beurteilen kann klasse umsetzung

zum thema Patent.... Patente kann man nur auf sachen anmelden die Technologisch neu sind z.B. zur damaligen zeit der Wankelmotor es wäre eher ein Gebrauchsmuster welches dann 10 Jahre halten würde (§ 23 GebrMg)

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Bengall Reynolds
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« Antworten #13 am: 15. Oktober 2011, 23:30:10 »

Ich würde das kaufen...
Die Bilder der Facette sprechen ja für sich, oder?
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floz
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« Antworten #14 am: 19. Oktober 2011, 12:29:22 »

sehr geiles teil, ich würde es auch kaufen wenn der preis stimmt. gute idee und schöne umsetzung.  Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch
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