Ich habe zwar kein brüniertes Rasiermesser, hatte aber ein normales Messer.
Das mußte leider ich entsorgen: es war ein Butterfly-Messer, und wurde verboten, weil irgendwelche Spackos mit solchen Messern anderen Leuten wohl vor dem Gesicht herumgefuchtelt haben. Mich hat das sehr geärgert, weil es mir mal mein Onkel geschenkt hatte und es mir rund 20 Jahre lang als Brieföffner in meiner Schreibtischschublade gedient hat.
Aber zurück zum Thema. Es war ein Messer von Herbertz, und war wohl in die unterste Qualitätsstufe einzuordnen. An der geschliffenen Klinge selbst war keine Brünierung, die wird wohl vermutlich erst aufgebracht, und dann wird die Klinge geschliffen. Der Kontrast sah allerdings gar nicht schlecht aus.
Ich habe gerade mal in meinem Metall-Fachbuch nachgesehen. Bei der Brünierung handelt es sich um eine oberflächliche Eisenoxydschicht, die durch Tauchen in heiße Salzbäder entsteht. Sie dient weniger der Optik, sondern als einfacher Korrosionsschutz. Laut
Wikipedia ist sie nur circa 1 µm dick. Die wirst Du also spätestens beim schleifen sehr wahrscheinlich abtragen.
Die Kaltbrünierungen, die ich bisher (für andere Zwecke) ausprobiert habe, taugten nichts.
Insofern, wenn Du wirklich ernsthaft an einem solchen Messer interessiert bist, ist ein Anruf beim Herrn Wacker zur Klärung von Details vielleicht wirklich nicht der verkehrte Weg.
HTH, Hannes