gut-rasiert
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Autor Thema: Restaurierung eines Wade & Butcher  (Gelesen 637 mal)
MartinH
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« am: 21. September 2011, 20:29:15 »

Moin Männers,

habe aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein paar Messerchen erstanden, die ich gerne restaurieren möchte.
Eines davon ist dieses W&B.
Ich würde der Klinge gerne (soweit möglich) die Zeichen ihres Alters erhalten und das Messer möglichst schonend aufarbeiten.

Leider ist eine der Griffschalen an einer Seite gesprungen, so dass ich über eine neue Verschalung nachdenke. Das Messer sitzt jedoch noch gut in der Verschalung und schließt auch noch mittig.
Wenn man die Schalen, die im Übrigen auch bereits stellenweise ausgeblichen sind, noch irgendwie restaurieren kann, würde ich diese auch so belassen wollen.
Zumindest die Unterlegscheiben der Nieten würde ich gerne erhalten und weiternutzen falls möglich.
Vielleicht habt Ihr hier ein paar gute Tipps für mich.

Hinsichtlich der Bearbeitung der Klinge dachte ich an ein paar Schleifdurchgänge in Handarbeit mit Micro-Mesh z.B.
Die Soft-Pads fangen jedoch erst mit Schleifgraden ab 1500 an (im Set auch 1500, 1800, 2400, 3200, 3600, 4000, 6000, 8000, 12000).
Mit welchen Graden sollte ich da an das Messer rangehen?
Oder reicht da evtl. schon Autosol in entspr. langer Anwendung aus?

Ich beabsichtige, dies auch erst einmal an einem TEST-Messer zu probieren und Erfahrung zu sammeln.

Danke für Eure Hilfe im Voraus.

LG,
Martin

P.S. : Habe natürlich vorher bei REMP gefragt, ob ich die Bilder hier verlinken darf (wenn Ihr die Bilder einzeln ladet, werden sie in Originalgröße angezeigt).



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Martin

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Sicknote
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Pinselzusammenkleber!


« Antworten #1 am: 21. September 2011, 20:51:45 »

An diesem Messer würde ich an der Klinge rein garnix machen. Eventuell vorhandenen Flugrost vorsichtig mit autosol entfernen und dann schärfen.  BLOS KEINE SPIEGELPOLITUR!!! Den Riss im Heft kann man eventuell kleben. Kleine Kanäle reinfräsen von innen wie eine Naht und mit Kleber ausfüllen. wenns aber auch so hält so lassen
« Letzte Änderung: 21. September 2011, 21:04:20 von Sicknote » Gespeichert

Timo

Wer zuletzt lacht, lacht alleine!

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MartinH
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« Antworten #2 am: 22. September 2011, 08:10:19 »

Hi Timo,

danke für Deinen Ratschlag.
Werde mal schauen, ob man das Heft kleben und evtl. irgend wie füllen kann.
Hat Jemand eine Idee, wie man die hellen Stellen der Verschalung wieder schwarz bekommt?

Grüße,
Martin
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Martin

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Ocrana
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« Antworten #3 am: 22. September 2011, 08:34:28 »

Ein wunderschönes Messer, meinen Glückwunsch.

Sicknote hat quasi alles gesagt. Die Klinge scheint in einem sehr guten Zustand zu sein. Ein bisschen polieren und reinigen (ich nehme immer Autosol und eine alte Tennissocke aus Baumwolle), dann kann die Klinge geschärft werden.

Das Hornheft ist nicht mehr ganz so gut erhalten. Meine Tendenz wäre aber auch hier zu versuchen, das Heft zu erhalten und den Riss mit Kleber zu füllen. Eine Idee, wie man das Heft aber wieder dunkel färben kann, habe ich aber auch nicht. Horn ist ein Naturmaterial, deshalb tue ich mich schwer darin, da mit Farbe ranzugehen.
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ron
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"Sapere Aude!"


« Antworten #4 am: 22. September 2011, 08:46:25 »

Gratuliere zu dem herrlichen W&B.
Auch ich rate Dir, die Klinge nur zu polieren, geh da ja nicht mit Schleifpapier ran!
Den Riß im Hornheft mit Epoxidharz füllen, nach dem Aushärten das Horn großzügig mit Öl behandlen, kannst ruhig Olivenöl nehmen.
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wumbo
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« Antworten #5 am: 22. September 2011, 09:22:59 »

Es gibt Tönungsmittel speziell für Epoxidharz. Ich selbst habe allerdings noch keine Erfahrungen damit gemacht. Frag mal im Bastelbedarf nach dem Zeug, die können Dich auch beraten.
Du könntest natürlich auch die Stellen ungetönt lassen, das machen Restauratoren auch, wenn sie Dinge wieder in Schuß bringen – so kann man immer sehen was der Originalbestand ist und was nicht. Ist letztendlich 'ne Geschmacksfrage.

Gruß,
Wumbo
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UbuRoy
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« Antworten #6 am: 22. September 2011, 10:33:45 »

Das Horn gut mit Öl (Ballistol geht auch gut) behandeln. Und das regelmäßig. Dann wirds wieder dunkel und glänzend.
Zur Klinge ist alles gesagt. Einfach nur schärfen.
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MartinH
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« Antworten #7 am: 22. September 2011, 11:53:19 »

Danke für die guten Tipps,

werde dann mal berichten, wenn ich (hoffentlich) zu dem gewünschten Erfolg komme  Smiley
Freu mich schon auf die Arbeit  Grinsend

Womit poliert man eigentlich die Hornschalen, wenn es dann soweit ist?
Würde dies gerne erst einmal per Hand probieren (wenn das überhapt geht...) bevor ich zum Proxxon greife.

Grüße,
Martin
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Martin

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UbuRoy
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« Antworten #8 am: 22. September 2011, 12:18:04 »

Feinfasertuch. Eventuell Polierfilz.
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ron
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« Antworten #9 am: 22. September 2011, 13:00:26 »

Ich hab Filz-und Schwabbelscheiben dafür in Verwendung.
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Iltis
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« Antworten #10 am: 22. September 2011, 19:47:05 »

Hallo MartinH,

Wunderschönes Messer hast du da - was die Behandlung der Klinge angeht, schliesse ich mich der Meinung der Kollegen an. Der Heft wird problematischer: um der Riss zu kleben wird es notwendig sein alles auseinanderzubauen. Ob die schöne Nietköpfe das überleben ist eine offene Frage, ich befürchte eher nicht - ich habe Hier eine Anleitung geschrieben, wie man Bullseyes gut nachbasteln kann. Für das Kleben gibt es nichts besseres als Epoxid - erfahrungsgemäss kann man der Kunstharz mit alles mögliche verfärben - für schwarz benutze ich z.B Russ (engl.: "Lampblack"), und vergilbten Knochen habe ich mit eine Mischung aus Löss und weisser Aluoxidpulver gut nachempfunden - einfach ausprobieren, aber der Harz immer aushärten lassen - im flussigen und festen Zustand kommen die Farben ganz anders. Um der Riss mehr Stabilität zu geben würde ich dir empfehlen, auf der Rückseite der Schale (zum Angel hin) um der Riss herum eine Vertiefung ca. 5-10mm Breit und 2mm Tief auszuhohlen, das du auch mit der Epoxidharz ausgiesst, und anschliessend das Nietloch neu bohren. *Nur* geklebte Risse bei der Niete halten in meine Erfahrung nicht lange. Ob die geklebte Stelle weiterhin hält, wenn man die Schalen mit Öl behandelt weiss ich nicht, wage aber zu bezweifeln - ich behandle Horn lieber mit Bienenwachs - auf eine Filzscheibe aufgetragen kann man damit die Schalen polieren; durch die Reibungswärme zieht der Wachs oberflächlich ein, was, finde ich, gut aussieht, Die verblichene Stellen werden dadurch etwas verdunkeln, jedoch noch sichtbar sein, was mMn. nicht tragisch ist - das ist ein altes Messer, und man darf ihn das ruhig ansehen.
Gruß
Iltis
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Buddel
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« Antworten #11 am: 22. September 2011, 20:10:19 »

Ich würde ein neues Hornheft bauen. Dieser, sorry, alte vergammelte Mist ist für mich nicht erhaltenswürdig  Teuflisch Zwinkernd
Die Bullseyes-Nieten dagegen schon. Hier mit einem Körner eine kleine Vertiefung in den Messingstift schlagen. Danach vorsichtig mit langsamer Drehzahl mittels eines 1,5 mm Bohrer den Stift aus/aufbohren. Der Messingstift sieht nun aus wie ein dünnwandiges Messingrohr und gibt leicht nach.Danach, vorsichtig mit einem Messer von außen unter die Bullseye-Niete gehen und rundherum fahren und die Niete vorsichtig nach oben abheben. Meist ist drunter noch eine normale Niete. Die sollte auch beim neu vernieten wieder untergesetzt werden, damit die Bullseye nicht zu platt geklopft wird.
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Mit dem Messer, rasiert sichs besser.
strawinski
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« Antworten #12 am: 22. September 2011, 20:13:12 »

kann er denn die nieten nicht ausboren? dann bleiben doch scheiben doch erhalten....ich würde ne spiegelpolitur machen, weils mir so am besten gefallen würde.
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Das Licht kam in die Finsternis. Doch die Finsternis begriff es nicht.
Standlinie
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« Antworten #13 am: 22. September 2011, 21:27:53 »

Wenn Du die Hornschalen erhalten möchtest, kannst Du die hellen Stellen mit schwarzer Schuhcreme nachdunkeln. Das würde ich zuerst versuchen, bevor mich mich daran geben würde, neue Heftschalen anzufertigen. Wenn das nicht klappt, kannst Du ja auch einmal einen schwarzen Fillstift ausprobieren. Du hast nichts zu verlieren.
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Mit freundlichem Gruß, Standlinie.

Die Nachhaltigkeit einer gründlichen Nassrasur zeigt sich am nächsten Morgen an nur gering und gleichmäßig neugebildeten Bartstoppeln.
MartinH
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« Antworten #14 am: 22. September 2011, 23:21:38 »

Guten Abend,

zunächst nochmals vielen Dank für Eure wertvollen Tipps.

Hab mich gerade noch einmal kurz mit dem Messer beschäftigt.
Als ich ein wenig an dem zum Erl-Niet zeigenden Teil der kaputten Schale herumgewackelt habe, hatte ich sie auch schon in der Hand. Das Horn war super spröde und zerfiel förmlich zu kleinen Splittern.
Wie dem auch sei, die ohnehin defekte Schale konnte ich nicht retten, dafür aber alle 4 Bullseye Scheiben mit - wie von Buddel beschrieben - auch den dazugehörigen "Unterscheiben". Auch den Blei-Keil konnte ich unversehrt bergen, und die 2. Schale ist noch völlig intakt.

Überlege nun, mir ein genaues Abbild der Schalen (deren Form habe ich nun ja) in schwarzem Horn zu bestellen.
Falls Ihr selbst mal in der Situation wart und gute Erfahrungen mit einem Shop gesammelt habt, wäre ich um Hinweise dankbar.
Alternativ könnte ich die Schalen auch in Holz nachzubauen versuchen. Da dies aber mein erstes Schalen-Projekt wäre und eine 65 qm Altbau-Wohnung wenig Platz für eine separate Werkstatt bietet, muss ich mir dies noch einmal überdenken  Zwinkernd

Das Messer an sich ist in einem erstaunlich guten Zustand. Da werde ich glaube ich nicht viel tun müssen (Die Hochglanz-Variante scheidet derzeit für mich aus).
Werde morgen einmal ein paar Bilder machen. Vielleicht kann diese Dokumentation (mit Bildern) ja auch anderen weiterhelfen.

Gut´s Nächtle,
Martin
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Martin

Gut rasiert - gut gelaunt Zwinkernd
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