gut-rasiert
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Autor Thema: Neuer Hobel Roedter 1909 ?  (Gelesen 6571 mal)
Harzer
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« am: 12. Juni 2008, 20:04:59 »

Als ich mir gerade die farbigen 38er bei Messer-Roedter angesehen habe, ist mir dieser Hobel aufgefallen.

http://www.scharferladen.de/shop/roedter-1909-p-2430.html?osCsid=96cd55063043d5ba3cada8d61cb2e1f8

Entweder habe ich den bisher übersehen, oder Messer-Roedter hat einen Hobel unter eigenem Namen auf den Markt gebracht. Bleibt noch die Frage, ob der Hobel von Merkur hergestellt wird. Erwähnt wird es jedenfalls nicht.
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herzi
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« Antworten #1 am: 13. Juni 2008, 07:30:16 »

Ich kenne ihn auch nicht. Sieht aus wie der Mühle R89.1
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Gruß,
Stefan
henning
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« Antworten #2 am: 13. Juni 2008, 15:43:07 »

Meine ich auch:http://www.muehle-shaving.com/shop/preview/71024. Nebenbei bemerkt, habe ich diesen heute irgendwo in der Amibucht in Vergoldung gesehen. Wenn er mehr taugte, wäre er was für mich. Mich störte aber am R89 so viel, daß ich ihn verschenkte.
Ciao
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Meine Empfindungen bezüglich der Eigenschaften von Messern, Hobeln, Klingen, Seifen, Cremes und Pinseln sind nicht unbedingt übertragbar und keinesfalls als allgemeingültig anzusehen und können von anderen Anwendern durchaus gegenteilig erfahren werden!!!
Harzer
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« Antworten #3 am: 15. Juni 2008, 09:43:16 »

In der engl. Bucht ist er auch zu finden.



Dass er mit dem Mühle-Hobel identisch ist, war mir noch gar nicht aufgefallen. Obwohl ich den R41 besitze, der fast genau so aussieht. Besonders die goldene Variante sieht richtig gut aus.
« Letzte Änderung: 15. Juni 2008, 09:46:05 von Harzer » Gespeichert

henning
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« Antworten #4 am: 15. Juni 2008, 14:07:46 »

Genau den meinte ich, Rolf. Den finde ich optisch sehr schön. Der R41 hat wohl nur einen dünneren Griff im etwas anderen Design. Mich störte am R89 damals, daß man die Klinge immer exakt ausrichten mußte, weil sie sonst sehr schief stand und die Rasureigenschaften hatten mich auch nicht überzeugt. Damals wurden sie im "europäischen Ausland" hergestellt, wie es hieß und was immer das heißt. Keine Solinger Ware aber. Diesen Kopf gibt es bei Mühle auch mit den Porzellan- und Horngriffen und so weiter.
Ciao
« Letzte Änderung: 15. Juni 2008, 14:09:48 von henning » Gespeichert

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matjes
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« Antworten #5 am: 15. Juni 2008, 16:02:19 »

Hübsches Ding, gefällt mir gut. Der Griff ist genau das, was ich liebe: kurz und dick. Schick, schick.

Gruß
Matjes
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Harzer
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« Antworten #6 am: 15. Juni 2008, 16:30:12 »

                                                                                                                                    Damals wurden sie im "europäischen Ausland" hergestellt, wie es hieß und was immer das heißt. Keine Solinger Ware aber.

"Europäisches Ausland" kann gut möglich sein. Bei meinem Mühle R41 lag als Probeklinge eine Astra bei und keine Merkur wie bei den Merkur-Hobeln. Auf der Pappschachtel des Hobels ist aber leider kein Hersteller angegeben.
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henning
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« Antworten #7 am: 15. Juni 2008, 19:20:11 »

Die sind sonst völlig identisch: https://www.muehle-shaving.com/shop/preview/71024. Wird wohl ein größerer Hersteller sein, denn in der Bucht laufen die auch unter anderen Namen.
Ciao
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Pepe
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« Antworten #8 am: 17. November 2008, 13:38:55 »

Originaltext-Text von der 'Messer-Roedter-Seite' (scharferLaden.de) zum Hobel Roedter 1909

'Roedter Rasierapparat 1909 Gold - Rasierer vergoldet
 wir nennen Ihn so - denn uns wurde ein Muster ohne Namen direkt aus einer Druckgussgiesserei zugeschickt - und der Hobel hat uns auf Anhieb überzeugt . Gründlich und scharf . Gut in der Führung . extrem gutes Preis - Leistungsverhältnis . Der Rasierer hat sich seit  Jahren in dieser Bauweise bewährt und wird auch von anderen Lieferanten    unter anderen Modellnamen angeboten . Wir haben uns um einen besonders guten Preis bemüht .

Rasierhobel Nassrasierer  Rasiergerät Rasierer - Gradschnitt
Geliefert wird in einer Kartonverpackung mit Merkur Probeklinge
Länge  ca 8,0 cm . Griff : ca 1.2  cm . Chrom . Offene Zahnung
kurze Verschraubung - Metall  vergoldet Druckguss
Griff: Bestseller Länge wie 34 C ( normale Länge )
Das Gerät ist passend für alle handelsüblichen Ganzstahl Rasierklingen im alten Stil . Das Gerät ist einfach auseinanedernehmbar - in 3 Teile und leicht unter fliessend Wasser zu reinigen .
Bei den vergolderten Rassierapparat  Modellen sind kleine Abeichungen in der Politur materialbedingt da nur vergoldet (eingetaucht ) '


 
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henning
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« Antworten #9 am: 24. Dezember 2008, 16:31:05 »

Nachdem ich heute von Pepe den eingetauschten Roedter bekam, war ich erstmal über die Schönheit überrascht. Wie sich Design doch anders präsentieren kann, wenn eine andere Oberfläche da ist. Der alte R89, der sich nur durch die Chromoberfläche unterschied, kam aber viel nüchterner daher und weckte keinerlei Emotionen bei mir.

So wollte ich mich denn mit dem guten Stück rasieren und bekam erstmal einen großen Schreck. Die Klingen stehen seitlich extrem steil ab, wie beim schrecklichen 1,- Euro Hobel vom Türken oder wie beim kaum besseren Chinesen mit Doppelter Klinge.
Der Grund beim Roedter ist ganz einfach herauszufinden. Kopf- und Bodenplatte haben so ganz andere Radien, daß sie in keiner Weise zusammenpassen. Dazu ist das Kopfteil auch noch zu schmal. Ein Vergleich mit dem Oberteil des Progress ergab, daß es mindestens einen Millimeter schmaler als dieses ist. Resultat ist, daß die Klinge beim Roedter mit den inneren Kanten der Kopfplatte gegen das Unterteil gedrückt wird. Dadurch bekommt die Klinge nur einen ganz minimalen RADIUS und die Schneiden stehen in der Folge fast waagerecht aus dem Hobel ab.

Da Pepe den Hobel verwendet hatte und ich ja einiges gewohnt bin, habe ich trotzdem eine Rasur gewagt und abbrechen müssen. Mit dem Strich ging es völlig ohne Druck so, daß die Schneiden so über die Haut federten, weil sie viel länger herausstehen wie bei anderen Hobeln. Das ging mit viel Geräusch und ungutem Gefühl ab. gegen den Strich mußte ich abbrechen, weil sich die Schneiden quasi in den verbliebenen Stoppeln verhaken und de Gefahr von Schnitten bestand. Ich habe die Rasur mit einem alten Apollo Torsionshobel beendet, der mir nun sehr sanft vorkam.

Anschließend habe ich den Roedter mit einem Progress verglichen und sofort die Unterschiede bemerkt. Wenn man das Progress-Oberteil mit Klinge in das Roedter-Unterteil steckt, schaut der Hobel so aus wie er sein sollte. Die Schneiden ruhen knapp einen halben Millimeter über den Zinken und die Klinge wird wunderbar verbogen und damit verspannt. Das liegt an dem mehr an Breite des Progress-Oberteiles und an dessen "richtiger" Krümmung. Dadurch wir die Klinge mit den äußeren Kanten des Oberteiles gegen das Unterteil gedrückt und nicht mehr mit den inneren Kanten.

Ich möchte hier keine Bewertung das Hobels abgeben, denn man muß zu Abmahnzeiten vorsichtig sein und es kann ja nun auch wirklich sein, daß es sich um ein mißratenes Montagsmodell handelt. Für mich ist der hobel so allerdings unbenutzbar und wandert in die Vitrine. Schade um das schöne Stück, er hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Hier einige Fotos, bei denen deutlich wird wie waagerecht und weit die Schneiden hervorlugen:






Hier sieht man, wie die inneren Kanten die Klinge drücken und dabei natürlich nicht ordentlich verbiegen können:






Der mitentscheidente Breitenunterschied zum Progress:




Die aufliegenden Innenkanten nochmal ohne Klinge:




So viel besser dann mit dem Progress-Oberteil:




Sehr wenig Verspannung und Radius der Klinge im Roedter, wodurch die Schneiden abstehen:


Vorbildlich dagegen der sanfte und gründliche Progress:


Beide im Vergleich:


Schade um den so schönen Hobel. Er wird eingemottet um irgendwann in der Vitrine zu liegen


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Harzer
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« Antworten #10 am: 24. Dezember 2008, 17:40:40 »

Mein Gott  Schockiert  der Klingenüberstand sieht ja furchterregend aus. Diesen Hobel möchte ich mir auf gar keinen Fall durch's Gesicht ziehen. Da kann ich mir gut vorstellen, dass damit keine Rasur möglich ist. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das so gewollt ist. Mich würden mal die Berichte von anderen Besitzern interessieren, ob deren Hobel auch so verarbeitet sind.
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Celli
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keep on shaving


« Antworten #11 am: 24. Dezember 2008, 20:16:31 »

oh gott, henning, ein wunder daß du nach dieser rasur nicht aussiehst wie ein "schlagender student" !

ich würde bei roedter reklamieren versuchen, ist sicherlich ein produktionsfehler.
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"MÄßIGUNG IST FATAL. NICHTS IST ERFOLGREICHER ALS DER EXZESS."    O.W.

liebe grüße von
 peter
henning
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« Antworten #12 am: 24. Dezember 2008, 22:57:35 »

Hallo
Ja, dank meiner Erfahrung mit vielen Hobeln, habe ich mich natürlich auf eine entsprechende Rasur eingestellt. Wie ich schrieb, habe ich völlig ohne Druck mit dem Strich rasiert, was schon mal völlig atypisch für mich ist, denn ich mag einen Druck dabei viel eher. Jemand anderes hätte vielleicht doch schlimm ausgesehen. Ich kann es nicht mehr beschwören, aber ich meine mein alter R89 wäre das andere Extrem gewesen und bei dem hätten die Schneiden auf den Zinken aufgelegen. Vielleicht kann Guilty mal Fotos mit eingelegter Klinge machen, dem ich den R89 damals schenkte. So ist das für mich ganz klar ein Hobel zum Abgewöhnen. Da ich mit dem alten R89 schon nicht klar kam, erhoffe ich mir durch eine Reklamation kaum Besserung. Der Hobel würde zwar vielleicht entschärft, aber er läge mir gewiß dennoch nicht. Er soll ruhig in der Vitrine landen und sein Dasein fristen. es gibt genügend Hobel, an denen ich meine Freude habe. Wie Hermann Herdick mag ich viel lieber die kleinen unbekannten, mit viel Hirnschmalz hergestellten, oder einfach nur schön designten Hobel aus aller Welt. Die kann kein noch so seltener Toggle oder wer auch immer wett machen, denn sie sind viel seltener, nur eben nicht gefragt. Als ich erstmals einen Brillant bekam, habe ich mich viel mehr gefreut als über meinen ersten Fat Boy, denn die gibt es zuhauf. Den Brillant dagegen kannte vorher keiner, bis Uwe ihn auf einem Flohmarkt erwarb.

Ciao
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kimeter
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« Antworten #13 am: 24. Dezember 2008, 23:22:57 »

Danke für den lehrreichen, interessanten Bericht, henning. Deine Beiträge zum Thema Hobel sind einfach klasse  Smiley
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Sich verstecken ist Heimlichkeit. Es gibt keinen vernünftigen Grund sich verstecken zu müssen. [...]
henning
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« Antworten #14 am: 24. Dezember 2008, 23:35:38 »

Oh, Danke sehr. Das bringt das Hobby eben mit sich. Pepe hat ihn verkauft, weil er ihm zu ruppig war. Ich glaube viele hätten ihn so genommen und sich über die Aggressivität geärgert, wie er. Wenn ich so einen Hobel habe, gehe ich der Ursache wenn möglich auf den Grund und lerne auch für mich daraus. Das fast waagerechte abstehen der Schneiden hat mich total an den 1,- Euro-Hobel erinnert:



Und an den chinesischen Doppelwhopper:



Wobei ich natürlich nur das abstehen der Schneiden meine, denn ansonsten ist der Roedter ja mit schöner Oberfläche und anderem gesegnet.

Ciao
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