Nachdem ich heute von Pepe den eingetauschten Roedter bekam, war ich erstmal über die Schönheit überrascht. Wie sich Design doch anders präsentieren kann, wenn eine andere Oberfläche da ist. Der alte R89, der sich nur durch die Chromoberfläche unterschied, kam aber viel nüchterner daher und weckte keinerlei Emotionen bei mir.
So wollte ich mich denn mit dem guten Stück rasieren und bekam erstmal einen großen Schreck. Die Klingen stehen seitlich extrem steil ab, wie beim schrecklichen 1,- Euro Hobel vom Türken oder wie beim kaum besseren Chinesen mit Doppelter Klinge.
Der Grund beim Roedter ist ganz einfach herauszufinden. Kopf- und Bodenplatte haben so ganz andere Radien, daß sie in keiner Weise zusammenpassen. Dazu ist das Kopfteil auch noch zu schmal. Ein Vergleich mit dem Oberteil des Progress ergab, daß es mindestens einen Millimeter schmaler als dieses ist. Resultat ist, daß die Klinge beim Roedter mit den
inneren Kanten der Kopfplatte gegen das Unterteil gedrückt wird. Dadurch bekommt die Klinge nur einen ganz minimalen RADIUS und die Schneiden stehen in der Folge fast waagerecht aus dem Hobel ab.
Da Pepe den Hobel verwendet hatte und ich ja einiges gewohnt bin, habe ich trotzdem eine Rasur gewagt und abbrechen müssen. Mit dem Strich ging es völlig ohne Druck so, daß die Schneiden so über die Haut federten, weil sie viel länger herausstehen wie bei anderen Hobeln. Das ging mit viel Geräusch und ungutem Gefühl ab. gegen den Strich mußte ich abbrechen, weil sich die Schneiden quasi in den verbliebenen Stoppeln verhaken und de Gefahr von Schnitten bestand. Ich habe die Rasur mit einem alten Apollo Torsionshobel beendet, der mir nun sehr sanft vorkam.
Anschließend habe ich den Roedter mit einem Progress verglichen und sofort die Unterschiede bemerkt. Wenn man das Progress-Oberteil mit Klinge in das Roedter-Unterteil steckt, schaut der Hobel so aus wie er sein sollte. Die Schneiden ruhen knapp einen halben Millimeter über den Zinken und die Klinge wird wunderbar verbogen und damit verspannt. Das liegt an dem mehr an Breite des Progress-Oberteiles und an dessen "richtiger" Krümmung. Dadurch wir die Klinge mit den
äußeren Kanten des Oberteiles gegen das Unterteil gedrückt und nicht mehr mit den
inneren Kanten.
Ich möchte hier keine Bewertung das Hobels abgeben, denn man muß zu Abmahnzeiten vorsichtig sein und es kann ja nun auch wirklich sein, daß es sich um ein mißratenes Montagsmodell handelt. Für mich ist der hobel so allerdings unbenutzbar und wandert in die Vitrine. Schade um das schöne Stück, er hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Hier einige Fotos, bei denen deutlich wird wie waagerecht und weit die Schneiden hervorlugen:



Hier sieht man, wie die inneren Kanten die Klinge drücken und dabei natürlich nicht ordentlich verbiegen können:



Der mitentscheidente Breitenunterschied zum Progress:


Die aufliegenden Innenkanten nochmal ohne Klinge:


So viel besser dann mit dem Progress-Oberteil:


Sehr wenig Verspannung und Radius der Klinge im Roedter, wodurch die Schneiden abstehen:

Vorbildlich dagegen der sanfte und gründliche Progress:

Beide im Vergleich:

Schade um den so schönen Hobel. Er wird eingemottet um irgendwann in der Vitrine zu liegen

Ciao