Hier mal eine Antwort auf die Frage wozu der Anreiber/Nagura gebraucht wird:Hierbei möchte ich drei Sorten Nagura/Anreiber unterscheiden:
- Synthetischer Nagura
- Natürlicher Anreiber
- Japanische Naguras- Der
Synthetische Nagura ist meisten ein kleines, rechteckiges und poröses Stück Kunststein.
Zum Beispiel dieser hier:
http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/711302/Synthetischer-Reinigungsstein-Nagura.htmDieser wird
ausschliesslich auf
synthetischen Schleifsteinen benutzt. Verwendet wird dieser zum freimachen und reinigen der Oberfläche des Schleifsteins. Durch das reiben auf der Oberfläche werden das durch Ablagerungen verstopfte Gefüge des Steins frei gemacht. Zudem wird durch den Abtrag der Oberfläche ein feiner Schlamm erzeugt welcher mit Schleifpartikeln des Steins angereichert ist. So entsteht der Slurry der als Schleif-Polierpaste genutzt wird. In der Regel wird der Kunststein durch das Anreiben aggressiver und schneller.
Zu beachten ist ausserdem das sich Schleifpartikel in der porösen Oberfläche des Anreibers ablagern. Es gilt die Regel das nicht der gleiche Anreiber auf verschiedenen Steinen benutzt werden sollte. Die Verlagerung der Schleifpartikel von groben Steinen auf Feinere ist nicht zu vermeiden und absolut kontraproduktiv für eine gleichmässige Facette.
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Natürliche Anreiber bestehen aus dem
selben Material wie der benutze
Schleifstein. Zum Beispiel wird ein GBB mit einem GBB angerieben, ein Thüringer wird mit einem Thüringer angerieben und so weiter. Bei vielen Natursteinen kann es innerhalb einer Familie (Gruppe) zu verschiedenen Korngrössen (Gefüge) kommen. Darum sollte beachtet werden das der Anreiber möglichst aus dem vorhandenen Stein stammt. Bei GBB/BBB ist der Unterschied in der Regel nicht all zu gross, jedoch ist es nicht zu empfehlen einen feinen Escher (Thüringer) mit einem x beliebigen Thüringer anzureiben. Beim Anreiben wird nicht in erster Linie die Oberfläche gereinigt sonder es wird ein Slurry erzeugt der die Schleifpartikel des Steins bindet und konzentriert. Durch die Schärf-verfahren des "Verdünnens" (z.B. Dilucote) wird ein Naturstein optimal genutzt. Ausnahmen bilden die Arkansas und andere Glas-Artigen Natursteine welche ohne anzureiben genutzt werden.
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Japanische Naguras (die Echten!) sind eine Welt für sich.
Die einen bestehen aus einem Stück Naturstein, welcher eine bestimmte Feinheit aufweist z.B. der Tomo-Nagura (Abschluss Nagura) der aus dem genutzten Schleifstein bestehen sollte oder aus einem noch härteren Naturstein welcher keinen eigenen Abrieb erzeugt.
Die andere Gruppe sind die wohl bekannteren "
weissen Naguras", diese bestehen i.d.R. aus abgelagerter Vulkanasche. Für uns sind die wohl wichtigsten Sorten (Feinheits-Grade) die Botan, Mejiro, Tenjou und Koma:

Wie auf dem Foto gut zu erkennen, kann die Farbe und das Erscheinungsbild stark variieren. Diese Naguras werden auf einem Japanischen Naturstein genutzt (Ohzuku, Nakayama, Maruko,...). Bei dem Schärfen mit diesen Naguras, dient der Schleifstein als Träger und der mit den Naguras erzeugte Slurry als eigentliches Schleifmittel. Der aus diesen Naguras erzeugte Slurry sollte sobald er sich dunkel verfärbt erneuert werden. Siehe Schärfanleitung -->
http://www.gut-rasiert.de/forum/index.php/topic,16646.0.htmlZum Abschluss auf dem jap. Naturstein wird der Tomo-Nagura eingesetzt. Das Arbeitsprinzip dieses Naguras ist gleich wie bei den "Natürlichen Anreiber". Es wird ein Slurry aus dem Verwendeten Schleifstein erzeugt, welcher durch das Schärfen und Verdünnen immer feiner wird, bis auf dem blanken Stein gearbeitet wird.
Ich hoffe mit dieser Kurzbeschreibung die Fragen zu den Naguras beantwortet zu haben. Falls ich was vergessen habe, bitte ich euch diesen Beitrag zu ergänzen.
Danke und Gruss
Rolf