Ein Freund, ein alter Recke der Nassrasur, streitbar aber ein Charakter, schickte sie mir zu. 100 Klingen PermaSharp. Noch nicht einmal das Porto wollte er erstattet haben. Nicht dass mir die Klingen ausgehen würden, eher das Gegenteil ist der Fall. Aber zu groß war die Verlockung des Unbekannten. Lieber einen Tag die Gesichtstapete ab, als jahrelang mit dem zweitbesten rasiert zu haben.
Die Perma-Sharp ist eine DE-Klinge im Halbformat, muss also für den Gebrauch in der Shavette nicht mehr durchgebrochen werden. Klarer Vorteil: eine gebrauchsfertige Klinge, die sofort mit spitzen Fingern eingelegt werden kann. Kein Naggeln mehr im Klingenpapier, kein potenzielles Schaben der empfindlichen Schneide am Papier, bis der Stahl endlich nachgibt.
Entscheidender Vorteil, die Klinge liegt absolut plan, denn es gibt keine aufgebogenen Bruchflächen. Und das merkt man! Die Shavetten sind ja mehr oder weniger windige Konstrukte, die Vorspannung der Klingen ist im Vergleich zum Hobel minimal. Eine unebene Klinge liegt dann auch schief im Rasierer. Nicht so das Halbformat: die satte Planlage wertet die Dr.Dittmar auf.
Das Rasiergefühl ist dann auch deutlich näher am KAI Captain (Karl Kapitän) als zuvor. Die Klinge ist natürlich nicht hyper-scharf, dafür aber auch verzeihender, etwa so wie im Messer.
Die Box, links eine Klinge im Papier. Im Vordergrund die Dittmar-Shavette:

Beide Klingen einsatzbereit, das Papier der Royal ist etwas in Mitleidenschaft gezogen:

Beide Klingen nebeneinander, absolute Planlage bei der Perma-Sharp, die Royal liegt wegen der aufgebogenen Bruchkanten nicht plan im Rasierer:
