So, die Rasur heute mit dem frisch geschärften Messer war ganz hervorragend! Natürlich müsste ich jetzt den Gegentest machen und probieren, wie es ohne den Riemen wäre. Dennoch kann ich sagen, dass der Riemen offensichtlich keinen nachteiligen Effekt hatte. Das Masser war wirklich echt scharf, die Rasur war aber dennoch angenehm. Vielleicht hätten es einige Züge weniger auch getan -ich wollt's halt wissen.
Heute habe ich mich dann an den nächsten Riemen gemacht. Wie gesagt, diesmal mit CrOx. In 10 Minuten ist so ein Teil gemacht. Holz zugeschnitten, Moosgummi draufgeklebt, halbe Stunde warten.
Die CrOx Paste habe ich dann wie oben bereits beschrieben mit Lukas Ölfarbe und gelbem Lederfett angerührt. Dann deckend aufstreichen und fünf Minuten einmassieren. Anschliessend habe ich mit Zeitungspapier solange wieder abgerieben, bis das Zeitungspapier nur noch ganz leicht grün war. Weniger ist auch hier mehr denke ich. Dabei kam dann die poröse oOberfläche des Moosgummis wieder zum Vorschein. Die Paste dürfte also somit wie gewünscht in den kleinen Öffnungen - und nur dort - verblieben sein.
Eigentlich müsste das ganze nun etwas durchtrocknen. Aber eben ... Nach ein paar Stunden habe ich erst mal ein Küchenmesser drübergezogen. Ich glaube aber, dass dies bei dieser Art Riemen nicht absolut zwingend ist. Die Struktur ist viel weicher als Leder und mit dem Zeitungspapier wurden das überflüssige und potentiell vorstehende Material weitgehend entfernt. Ausserdem härtet die Fett-Ölfarbe nicht so beinhart aus wie Acryl. Dennoch, sicher ist sicher.
Dann habe ich mir ein Messer geholt, bei welchem ich normalerweise sehr sauber arbeiten muss, um nach dem 10'000 SS einen sauberen Haartest hinzubekommen. Heute habe ich aber bewusst zwar auf dem 10'000er abgezogen, aber nur einige Züge. Gerade so, dass ich mit dem Haar auf der Klinge "Violine" spielen konnte. Dann das Abziehen auf dem Riemen. Der Feedback ist ganz ausgezeichnet. Auch hier gibt es einen ganz feinen "Zug" und mit dem Druck auf die Klinge kann man das Einfedern und somit die Polierwirkung sehr genau beeinflussen. Nach zehn Zügen auf dem Riemen wieder das Haar genommen und einen einwandfreien "Pling" auf der ganzen Klingenlänge bekommen. Reinigen auf dem Leinenriemen und ledern - Resultat 1A! Bin gespannt auf die morgige Rasur.
Auch nach diesem Versuch bin ich von diesem Riemen sehr positiv angetan. Neben den minimalen Kosten ist auch die Handhabung sehr angenehm. Anders als bei meinem Lederriemen bekomme ich ein gutes Feedback und durch die leicht federnde Oberfläche ist sichergestellt, dass der Kontakt zur Klinge immer auf ganzer Länge stattfindet. Gerade für unerfahrene Schärfer ist das denke ich ideal. Ausserdem eignet sich dieses Konstrukt somit auch für den Rasiermessernutzer, welcher ein günstiges und einfach zu handhabendes Werkzeug für's gelegentliche Auffrischen der Schneide braucht.
Ein interessanter Spielparameter für den Fortgeschrittenen ist die Dicke des Mossgummis. Diese Material gibt es von ca 1mm aufwärts in den verschiedensten Dicken. Damit kann ich einstellen, wie stark die federnde Wirkung sein soll. Bei schmalen Riemen kann man somit eher ein dünnes Matereial nehmen, um der höheren Flächenpressung bei gleichem Druck auf das Messer Rechnung zu tragen. Ich habe, wie beschrieben, 2mm Material verwendet. Der Riemen ist mit 8cm jedoch so breit, dass ich die ganze Klinge auflegen kann.
Also Herren, probiert's doch mal selber, Kosten sind minimal und wenn Ihr es nicht mögt, ist auch nicht viel verloren.
Gruss
BlueDun

