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Autor Thema: Bakelit / Schalen aufarbeiten  (Gelesen 1415 mal)
BlueDun
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Coticuleliebhaber


« am: 05. Juli 2010, 15:05:31 »

Hallo zusammen,

habe mich immer wieder mal gefragt, wie man Griffschalen aus Bakelit, bzw. ähnlichen "standard"- Materialien aufarbeitet.
Mit aufarbeiten meine ich reinigen, Kratzer und kleinere Macken entfernen und polieren (oder wie auch immer finishen). Ich weiss, dass sich hier die Meinungen scheiden und einige dafür plädieren, die Messer so zu lassen, wie sie sind. Ich persönlich wünsche mir bei einigen schönere Schalen und bevor ich einfach rumprobier und das Teil ganz runiniere frag ich lieber mal nach.
Aus der Hüfte raus würde ich mit Schmirgelpapier drangehen und mit Polierpasten abschliessen. Aber eben ...
Danke im voraus für Eure Tipps.

Gruss
BlueDun
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Lord Vader
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Dunkle Seite der Macht


« Antworten #1 am: 05. Juli 2010, 15:21:13 »

schmirgelpapier würde ich nicht nehmen. probier doch mal das poliermittel aus, was du auch für die klinge nimmst. sandpapier halte ich für zu aggressiv (evtl. geht aber das ganz feine schleifpapier so ab P 2000 oder so mit anschließender politur). es sei denn, du möchtest tiefere kratzer eliminieren, aber dabei solltest du auch bedenken, dass die schalen meistens recht dünn sind und durch den materialabtrag in aller regel meist nicht dicker werden...
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Bengall Reynolds
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« Antworten #2 am: 05. Juli 2010, 18:27:27 »

Es gibt ein Poliermittel für Mundstücke von Tabakspfeifen.
Das eignet sich sehr gut für die Politur von Bakelit.
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astra
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« Antworten #3 am: 05. Juli 2010, 18:31:56 »

Es gibt ein Poliermittel für Mundstücke von Tabakspfeifen.
Das eignet sich sehr gut für die Politur von Bakelit.

Ja, Carnaubawachs. Einen Polierbock sollte man dann aber auch noch besitzen.
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Bengall Reynolds
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« Antworten #4 am: 05. Juli 2010, 18:38:16 »

Nein, das ist kein Carnaubawachs.
Es ist direkt eine Politur für Mundstücke.
Das Zeug gibt´s in identischer Verpackung mit der Bezeichnung Briar Polish, was aber das falsche wäre.
Briar Polish mag Carnaubawachs enthalten.

DIE MUNDSTÜCKPOLITUR ist was anderes und stinkt ganz furchtbar.... geht aber irgendwann weg.
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BlueDun
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Coticuleliebhaber


« Antworten #5 am: 05. Juli 2010, 19:35:34 »

Interessanter Tipp mit der Mundstückpolitur - danke erst mal.

Das mit dem Carnubawachs ist übrigens gar nicht so abwegig. Ich hab da so ne Dose (sauteures) Swizöl, das eigentlich für's Auto gedacht ist. Hab das dann mal bei einem kleinen alten RM probiert. Da hatte recht zerschundene Schalen. War kein Bakelit, sondern irgendein offenporiger alter "Kunststoff". Die Schalen hatten die unangenehme Eigenschaft, dass sie Wasser aufsogen und sich dann heller gefärbt haben. Ausserden haben die übel gestunken.
Das Carnuba hat dann echt was gebracht. Die Oberfläche wurde versiegelt und die Wasseraufnahme stark vermindert. Und die intensive Parfümierung hat sogar den Mief der Schalen überlagert.
Alles in allem definitiv ein Gewinn - gell Stoppelfeld  Zwinkernd

Gruss
BlueDun
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astra
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« Antworten #6 am: 05. Juli 2010, 19:38:30 »

DIE MUNDSTÜCKPOLITUR ist was anderes und stinkt ganz furchtbar.... geht aber irgendwann weg.

Ja, ich weiss was du meinst. Carnaubawachs verwendet man nach der Mundstückpolitur, das gibt den Mundstücken einen schönen Glanz. Ohne abschliessende Politur mit Carnaubawachs sehen die Mundstücke bei weitem nicht so gut aus. An Griffschalen aus Bakelit habe ich das allerdings noch nicht getestet.
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shaved
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« Antworten #7 am: 05. Juli 2010, 20:56:32 »

Bei richtig tiefen Kratzern wird Schmiergelpapier die Sache verkürzen,
ob es sich dann noch lohnt ist eine andere Sache. Zum reinigen
zwischen den Schalen nehme ich es gerne (1000'er). Ceranfeldreiniger
und Chrompolitur bringen für sich auch schon einiges.

Im Zweifel vorsichtig und mit wenig Druck arbeiten, manche Schalen
sind erschreckend spröde. Google nach dem Material befragen ist
vermutlich immer eine gute Idee, bei Bakelit findet man schnell die
Fans alter Telefone.

Baumwolle zum Schluss ist nicht verkehrt.
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Stumpfe Messer schärft man. Schleifen ist etwas anderes.
Iltis
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« Antworten #8 am: 05. Juli 2010, 21:49:45 »

Ich wurde eine rein mechanische Aufarbeitung und Politur empfehlen (Schleifpapier von 400 aufwärts, und zum Polieren Wiener Kalk oder ähnliches), wenn du nicht genau weisst, mit welchen Kunststoff du zu tun hast, können Metallpolitur, Ceranfeldreiniger usw. eine unerwünschte Ergebnis liefern, da sie z.T. Lösungsmittel enthalten, die mit der Kunststoff reagieren können. Auch eine Versiegelung mit Wachs oder Ähnliches sollte man besser Lassen - manche frühe Kunststoffe (besonders Nitrozellulose) werden dadurch viel schneller degradieren.

Gruß

Iltis
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UbuRoy
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« Antworten #9 am: 06. Juli 2010, 07:46:59 »

Die Mundstückpolitur ist wohl eher für Koralle gedacht. Die meisten Mundstücke sind wohl daraus. Bakelit ist also sehr viel weicher.

Das Bakelit bekommt man mit guter Möbelpolitur und fusselfreien Tuch wieder hin. Ölen wirkt auch wunder bei manchen Bakelit sorten. Aber es gibt unendlich viele Mischungen. Außerdem sind echte Bakelitschalen eher sehr selten. Ich schätze, Dein Material ist eher völlig ausgehärtetes (weil altes) Guttapercha oder irgendeine Celluloid Variante oder Galalitz, Ebonit etc. Letztere sind mit Bakelit verwandt, reagieren aber teils sehr unterschiedlich auf chemische Mittel.

Handy Display Politur geht übrigens z.B. auch.
Abschleifen würde ich lassen. Kratzer gehören dazu...
« Letzte Änderung: 06. Juli 2010, 07:50:24 von UbuRoy » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 06. Juli 2010, 11:28:54 »

Stahlfix ist auch gut geeignet.
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Paul II.
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« Antworten #11 am: 15. Oktober 2010, 10:24:45 »

Hallo,

in der Bucht gibt es hin und wieder mal von einem Anbieter eine Politur für Bakellit. Der Anbieter restauriert alte Volksempfänger, die waren auch aus Bakellit.
Ich selber habe mit dieser Politur noch keinerlei Erfahrungen gemacht, weiss nur davon, weil ich selber ein paar alte Radios besitze.

Glückauf!

Paul
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UbuRoy
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« Antworten #12 am: 15. Oktober 2010, 11:19:29 »

Celluloidschalen und Bakelit ist nicht dasselbe.

Nur extrem wenige Rasiermesser haben Bakelitschalen.
Die alten Schalen bestehen entweder aus Horn, Guttapercha oder Celluloid.
Bakelit ist mir bei 1000 Messern erst einmal untergekommen.
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Paul II.
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« Antworten #13 am: 15. Oktober 2010, 14:54:25 »

Ich habe auch ein EDACO Messer dessen Schalen nach Bakelit aussehen. Aber es ist kein Bakellit. Die Schalen sind recht elastisch. Echtes Bakellit ist meines Wissens nach recht starr und brüchig. War daher sicherlich auch nicht geeignet als Rasiermesserheft.
Da gibt es sicherlich weitaus mehr Hobel die aus echtem Bakellit sind.
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strawinski
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« Antworten #14 am: 13. Mai 2011, 19:14:00 »

schaut mal hier http://www.radiomuseum.org/forum/bakelit_reinigung_und_reparatur_von_bakelit.html
die ollen Radiofreaks haben ja ein noch größeres problem mit ihren alten bakelitradios und liegen in der aufarbeitung ganz weit vorn.....
ach ja den hier http://www.therevoxman.ch/Ra-To-Gra_Verzeichnis/Das_Wissen_der_Oldies/Bakelit_Konservieren___Reinige/bakelit_konservieren___reinige.html
habe ich noch vergessen...viel spass dabei
« Letzte Änderung: 13. Mai 2011, 19:48:50 von strawinski » Gespeichert

Das Licht kam in die Finsternis. Doch die Finsternis begriff es nicht.
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